Harzallergie

Re: Harzallergie

Beitragvon UweH » Mi 8. Apr 2015, 16:53

Koarl hat geschrieben:Ich denke es ist durchaus verständlich wenn ich mich bei einem wirklich ernsten Problem (es geht schließlich um meine Gesundheit bzw die Möglichkeit das Hobby weiterhin auszuüben) mit der Bitte um Hilfe ans Forum wende und dann so eine Antwort zurückbekomme. Von wegen ich solch mich doch wegen ein paar Hautflecken die ich von den paar verarbeiteten Gramm Harz bekommen habe nicht so anstellen.



Hallo Carlos, ich denke so war das vom Udo nicht gemeint und so wie ich ihn kennen gelernt habe denke ich er ist kein Troll. Er arbeitet beruflich schon lange mit sehr großen Mengen Harz und in seiner Branche scheint die Sensibilisierung nicht so oft vorzukommen wie man das im Hobbybereich immer wieder hört und liest, Du bist ja ein gutes Beispiel wie schnell das gehen kann wenn man empfindlich dafür ist.
Es ist doch wirklich ärgerlich wenn man fürs Hobby mit den relativ geringen Harzmengen eine Unverträglichkeit entwickelt und das dann nicht mehr so machen kann wie man möchte.
Wenn es verträglichere Harze am Markt gibt dann interessiert das sicher viele, denn gesund ist das Zeug weder in kleinen noch in großen Mengen und je weniger belastend ein System ist umso länger haben auch empfindliche Menschen trotzdem Spaß am laminieren und Pusteln und Atemnot bleiben vielleicht sogar ganz aus.
...und wer weiß, wenn das nicht so eine ätzende Chemiebrühe wäre würde vielleicht auch darin baden gegen die Überempfindlichkeit helfen, so wie Hauptberufslaminierer Udo das angedeutet hat :roll: :P

Gruß,

Uwe.
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Re: Harzallergie

Beitragvon Koarl » Mi 8. Apr 2015, 17:27

Dann ist's was anderes.
Ich möchte nur der Vollständigkeit wegen aber nochmals betonen: Wenn man sich meinen Beitrag im Thread "Bilder aus der Werkstatt" anschaut wird man sehen, dass ich doch weit mehr als die im Modellbau üblichen Mengen an Harz verarbeitet hab und das nicht stehend an der Werkbank sondern liegend unter Deck. Auch möchte ich noch hervorheben, dass diese Reaktionen trotz guter Schutzausrüstung aufgetreten sind. Weiters hab ich zu Beginn sehr wohl auch angemerkt, dass ich der Meinung bin kleinere Mengen weiterhin verarbeiten kann.
Auch wenns der Udo nicht so gemeint hat, so erlaube ich mir doch ihn darum zu bitten den Thread erstmal zu lesen bevor er antwortet.

In dem Sinne nichts für ungut und genug OT.


Ich hab übrigens bereits das BTO Epoxy probiert und von der Verarbeitung her ist das Zeug recht angenehm. Wie es mit der Verträglichkeit aussieht kann ich noch nicht sagen, da erstmal die Flecken auf der Haut alle verschwinden müssen bevor ich sagen kann ob neue dazugekommen sind...
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Re: Harzallergie

Beitragvon Olly » Mi 8. Apr 2015, 21:05

Servus

Ich arbeite beruflich mit Epoxi,PU-Harz und Silikonen. Bin allerdings kein Chemiker!
Aus Erfahrung kann ich euch allerdings sagen, dass eine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe nicht wieder weggeht! Wir haben in der Firma Kollegen, die seit 30 Jahren mit den Zeug rumpanschen wie Forumskollege Udo weiter oben und noch immer keine Reaktion zeigen. Auf der anderen Seite haben wir Kollegen, die trotz Schutzmassnahmen (Absaugung, PSA usw...) die in der Industrie mittlerweile Standard, sind schon nach ein paar Wochen allergische Reaktionen zeigen. Das liegt wohl an den Genen.
Generell gilt:
-Sicherheits-Datenblatt lesen! (Muss vom Lieferant unaufgefordert beigestellt werden!) Dort sind auch die Risiken beschrieben...
-persönliche Schutzausrüstung auf den jeweiligen Stoff anpassen
-im freien arbeiten oder ne vernünftige Absaugung
-einmal Handschuhe auch nur einmal tragen! lesen wie lange diese Handschuhe wirklich beständig sind. Meist im Minutenbereich... Dementsprechend oft die Handschuhe wechseln.
-kontaminiertes Material entsorgen! benutzte Handschuhe, Lappen usw gehören da auch dazu! bitte nicht im normalen Hausmüll! nutzt dichte Mülleimer, die ihr nur mit solchem Müll befüllt.
-alles was nicht ausgehärtet ist gehört in den "Sonder"müll!
-angebrochene Gebinde richtig verschliessen oder wegwerfen!
-den Abfall raus aus dem Raum
-der Raum ist weiter "kontaminiert", also gut lüften (er bleibt trotzdem weiter kontaminiert! nur die Konzentration wird geringer)

Bei Beschwerden den Arzt kontaktieren! Bei einer "normalen" Blutuntersuchung wird nicht auf Isocyanate, oder Amine getestet! Das machen nur spezielle Labore und die Kasse zahlt das nicht. Eine "Überbelastung" lässt sich nur schwer nachweisen. Je schneller nach der Überdosierung desto besser.

Ich weiss, den Industriestandard kann man nicht 1:1 auf den Modellbauer umsetzen. Aber versucht es wenigstens! Ist schliesslich eure Gesundheit, und davon habt ihr nur eine!
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Re: Harzallergie

Beitragvon christianka6cr » Mi 8. Apr 2015, 21:31

Moin Olly

Wenn du beruflich mit den Stoffen zu tun hast, kannst du dann vielleicht auch eine Empfehlung abgeben für etwas weniger giftige modellbautaugliche Harze?

Bei der Sache mit den gebrauchten Handschuhen usw die Harzreste an sich haben die teils über Wochen hier in der Werkstatt in Müllsäcken bis zur Abholung gehortet werden würde ich nochmal gerne nachhaken: Bisher dachte ich, ist die Reaktion vorrüber, ist das Zeugs auch quasi ungiftig. :roll: Ist es also ratsam nach dem Laminieren alle Reste direkt auszulagern?

Gruß Christian
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Re: Harzallergie

Beitragvon Olly » Mi 8. Apr 2015, 21:49

Nein, kann ich leider nicht! Bin auch nur Anwender und kein Chemiker. Bezweifle auch stark dass es sowas überhaupt gibt... Die Industrie wäre wohl froh, wenn es sowas wirklich gäbe. Das meiste Modellbauepoxi wird dort ja auch verwendet. Unterscheiden sich nur im Namen und ein paar Inhaltsstoffen.
Im RC-Network gibt es allerdings einen User (Name fällt mir grad nicht ein, reiche ich nach) der da sicher mehr sagen kann.

Was richtig vermischt und ausgehärtet ist, ist i.d.R. Ungefährlich bzw die Reaktion abgeschlossen. Aber unvermischte Einzelkomponenten egal welche Menge gehören sofort entsorgt. Zumindest in einem Luftdichten Gefäß gelagert. Alternativ: Müllsack verknotet oder mit Kabelbinder verschlossen an die frische Luft. Bei uns in der Firma werden diese Sachen täglich gemacht. Wir sind da allerdings auch in einer Art Vorbildfunktion!

Edit sagt: der User heißt Gideon. Seine Beiträge sind sehr interessant. Kommt wohl aus der Chemiebranche.
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Harzallergie

Beitragvon Koarl » Mi 8. Apr 2015, 22:01

Danke für deinen Input. Nachdem ich wirklich versuche auf die Arbeitssicherheit zu achten und ich trotzdem allergisch reagiert hab kann ich nur hoffen, dass bei mir ein Umstieg auf anderes Harz hilft.

Edit: die Posts im RCN kenne ich. Von Bafü gibts scheinbar Alternativen zu Epoxy konnte aber keine Erfahrungen dazu finden. Ansonsten ist die Kernaussage von Gideon, dass unter Umständen ein anderes Harz hilft. Also erstmal abwarten bis meine Hautflecken verschwinden und dann das BTO ausgiebig testen.
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Re: Harzallergie

Beitragvon Goofy » Do 9. Apr 2015, 06:41

Hallo Carlos,

Bei Deinen Beschwerden muss es sich nicht zwingend um eine allergische Reaktion handeln. Es könnte auch "nur" eine lokale Unverträglichkeitsreaktion sein. Das lässt sich nur durch einen Allergietest herausfinden.
Du hast ja auch im Vorfeld deiner Laminierarbeiten im Boot altes GFK-Material herausgetrennt. Die Glas - Stäube können auch auf der Haut Reaktionen auslösen. Meine Empfehlung wäre: Lass`einen Allergietest machen, damit Du weißt, was Sache ist. Liegt eine echte Allergie vor, so ist damit nicht zu spassen, weil die Reaktion beim nächsten Kontakt heftiger ausfallen kann.

@ Udo : Die Menge des Materials, dem man ausgesetzt ist, hat nichts mit der Möglichkeit zu tun eine Allergie zu entwickeln. Da reichen schon verschwindend geringe Mengen.

Viele Grüße
Elmar
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Re: Harzallergie

Beitragvon Koarl » Do 9. Apr 2015, 07:35

Daran hab ich auch gedacht. Aber bei der zweiten Session, ein paar Wochen später, hab ich nicht geschliffen und trotzdem die Flecken bekommen. Werde aber mal über einen Test nachdenken. Danke!
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Re: Harzallergie

Beitragvon haru » Do 9. Apr 2015, 09:25

Koarl hat geschrieben:Daran hab ich auch gedacht. Aber bei der zweiten Session, ein paar Wochen später, hab ich nicht geschliffen und trotzdem die Flecken bekommen. Werde aber mal über einen Test nachdenken. Danke!


Bedenke dass durch die Schleifaktion ja die Faserpartikel überall sind und man die nicht so leicht wegbekommt, da hilft eigentlich nur Binden durch Oberflächenversiegelung. Es reicht es eventuell schon, wenn Du das damals getragene T-Shirt wieder nach der Wäsche anziehst, weil da immer noch Faserpartikel sich drin verhakt haben. Ich würde die da getragene Kleidung deshalb am besten entsorgen. Ich tippe nach dem Bild nämlich sogar eher auf Fasern in der Haut die rauswachsen müssen als auf eine Reaktion auf Dämpfe, weil ich mich entsinne selbst nach Dämmen einen Dachstuhls mit Mineralwolle mal ähnlich ausgehen zu haben, nur nicht ganz so schlimm und es klang relativ rasch ab (ist aber 25 Jahre her, war eine Bühne mit 90cm Höhe, also auch alles liegend bzw. knieend und ich habe es im Sommer ohne Schutzkleidung gemacht...).

Der User Gideon bei RC-N ist übrigens Mitarbeiter bei R&G.

Gute Besserung auf jeden Fall.

Hans
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Re: Harzallergie

Beitragvon Koarl » Do 9. Apr 2015, 09:33

haru hat geschrieben:
Der User Gideon bei RC-N ist übrigens Mitarbeiter bei R&G.


Das ist interessant...


Ich will zwar nicht grundsätzlich ausschließen, dass es vom Schleifstaub kommt aber ich hab die damals getragene Kleidung entsorgt und später nichts mehr geschliffen und nach dem Schleifen hab ich alles abgesaugt und mit Aceton gewischt. Und die Flecken von der ersten Session sind jetzt erst nach ca 1 Monat langsam am Verschwinden.
Wie gesagt, als ich das letzte mal modellbauerisch mit dem Harz unterwegs war spürte ich ein Jucken am Auge.
Ich bin aber jetzt echt ernsthaft am Überlegen einen Test zu machen. Weiß jemand wie das abläuft? Muss ich da das Harz mitbringen?

Danke
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