Kevlarscharnier

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Beitragvon italouwe » Di 12. Sep 2017, 13:53

Hallo!

Habt ihr Tips, wie man beim Flächen/-Leitweksbau das eingelegte Kevlarband (ich nehme persönlich gerne Kevlar) an der Scharnierlinie freilegt/einritzt?
Ich versuchte es bei einem Höhenleitwerk mit einem Metallsägeblatt. Das Ergebnis war allerdings mangelhaft. Entweder ich durchtrennte es (in rohem Zustand bringt man es kaum durch, mit Epoxy getränkt geht das schwuppdiwupp) oder riss aus Versehen beim Brechen die gesammte Beplankung vom Styrokern.
Wie machen es die Profis bei Fertig/Schalenmodellen, da sieht man nur einen ein mm breiten sauberen Schnitt?
Danke für euren Rat!

Gruss, Uwe
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Re: Kevlarscharnier

Beitragvon McLaut » Di 12. Sep 2017, 14:56

Hi Uwe,

ich habe es bei meiner Solaris mit der umgedrehten Klinge eines Kutter-Messers so lange eingeritzt, bis es freigängig war. Aber obacht... :oops: abrutschen = Lack im A... :cry:
Bei mir gleich zweimal passiert.
Aber fliegt noch :D

LG
Michel
Ich flieg Mode 4....aber erinnert mich bitte dran.
Schütts mir übern Kopp...Isch kann net mehr...;-)
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Re: Kevlarscharnier

Beitragvon Nobby_segelflieger » Di 12. Sep 2017, 17:23

Moin Uwe

Ich selbst habe nur die Scharnierlinen an meinen Schalenfliegern etwas erweitert, Kevlarscharnier sind da so viel ich weis keine drinne. Egal ist alles irgendwie das selbe.

Ich bin hingegeangen und habe eine 3-Kant Schlüsselfeile genommen und damit den Spalt erweitert, oder aber auch von einem Dremel oder der gleichen eine Trennscheibe, mit der geht es auch recht gut.

Stephan macht das auch so, wie er mir schon mal erzählt hat.

Kommt eben auf die Oberfläche an, ob GFK / CFK Schale oder Abachi. Bei GFK/CFK Schale würde ich vorsichtig mit einem Cuttermesser anritzen bis die Schale eine leichte Vertiefung hat. Den Rest bis das Scharnier frei liegt, dann mit einen Feile oder Dremel Trennscheibe. Natürlich nur Solo ohne Maschine und mit Anschlagleiste.

Die Profi's machen das mit dem Dremel oder einer Fräse und einem 1,5 - 2mm Fräser mit 90* Grad Spitze.
Was ich selbst noch habe, aber bis jetzt noch nicht probiert habe ist von Proxxon ein "Micro-Cutter MIC" der hat ein 0,5 mm Sägeblatt das ca. 25mm Durchmesser hat. Damit kann man sich durch unterlegen von passenden GFK Plättchen die gewünschte Schnitttiefe einstellen. Ist zwar nicht im Original vorgesehen, hab ich mir aber so hergerichtet.
Sehr Hanglastige Grüße aus dem Südschwarzwald/Baden
DRANGzumHANG
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Re: Kevlarscharnier

Beitragvon Koarl » Di 12. Sep 2017, 18:19

Ich habe das zwar selber noch nie gemacht, als Ideen könnte ich ein Buttermesser, eine Furniersäge oder das halbrunde Sägeblatt von einem Proxxon Ozi anbieten.
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Re: Kevlarscharnier

Beitragvon UweH » Di 12. Sep 2017, 19:26

italouwe hat geschrieben:Wie machen es die Profis bei Fertig/Schalenmodellen, da sieht man nur einen ein mm breiten sauberen Schnitt?


Hallo Uwe,
die Profis (Hersteller) nehmen eine feine Trennscheibe, Ritzer oder Fräser und haben eine Vorrichtung, mit der sich die Schnitttiefe genau einhalten läßt, siehst Du z.B. hier beim Nitro von Paul Poschen: http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ost4349908

Amateure wie ich nehmen bei Voll-GFK-Modellen eine Dremel-Trennscheibe, aber ohne die Maschine, und führen die an einem mit Klebeband auf den Flügel geklebten Stahllineal oder Fühlerlehrenband entlang. Bei einer furnierten Fläche geht ein gröberes Sägeblatt, z.B. ein rundes von einem Multimaster.
Für das erste anritzen nehme ich auch eine feine Zugsäge und ein Metallsägeblatt, je nachdem was gerade besser passt.
Furniersäge müsste auch gut gehen, hab ich aber noch nicht probiert.
Dreikantfeile mit guten Kanten habe ich dabei auch im Gebrauch.
Ich verwende immer mehrere verschiedene Werkzeuge um mich langsam bis zum Scharnierband vorzuarbeiten......und keinesfalls weiter :P
Wichtig ist das man dabei mit viel Geduld langsam arbeitet und lieber ein Mal mehr nachschaut ob man schon bis zum Gewebe geritzt hat oder noch Holz in der Fuge zu sehen ist.
Auf der dem Scharnier gegenüber liegenden Seite schneidet man vor dem los brechen den breiten Schlitz bis zur unteren Furnierlage durch und wenn da noch eine Glaslage zwischen Styro und Scharnierband liegt, dann ritzt man die auch von oben vorsichtig an bevor man das Ruder los bricht.
Los brechen braucht auch Geduld, zuerst in kleinem Winkel biegen und schauen wo das Ruder noch hängt und dort mit Säge und Dreikantfeile nacharbeiten.
Dann vorsichtig immer größere Winkel hin und her biegen und wenn die Ruderspalte frei sind und kein dickes Furnier mehr auf dem Scharnier, dann bricht das Harz irgendwann. Zunächst geht das Scharnier auch nach dem brechen noch schwer, aber mit hin und her biegen geht es immer leichter und weiter.

Gruß,

Uwe.
Ein Flügel genügt

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Re: Kevlarscharnier

Beitragvon italouwe » Mi 13. Sep 2017, 08:12

Guten Morgen!

Danke für eure vielen Tips und Hilfe!
Da ist ja einiges dabei.
Mein lieber Scholli, Paul Poschen gibt alles. Ist mir aber zu aufwändig und kostspielig. Trotzdem sehr interessant, und man kann da sicher auch etwas für sich Brauchbares herausgewinnen.
Dann gibt es ja auch noch die Methode- learning by doing. Ich versuche, eure Tips bei der nächsten Fläche umzusetzen.

Schönen Tag, ciao
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