Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon Nebukadneza » Mi 29. Okt 2014, 10:53

Hi,

ich habe gerade ein wenig mit "PicaSim" rumprobiert. Das Teil simuliert finde ich ganz nett, und man kann die "innersten" Parameter der Modelle sehr einfach verfutzeln.

Ich hab mir also was mit V-LW hergenommen, da Differenzierung eingestellt, und bin bissl Thermikgekreist ... mal so mal so. Bei gegensinnigen SR/QR kam recht flott wieder ein Spiralsturz, bei nur HR gings ganz gut mit dem stabilen Kreis halten.

Jetzt kommt das Interessante: Ich hab die Flügelgeometrie total vermurxt und am Wurzeltrapez ne ebene Platte eingebaut. Die Auftriebsverteilung und eigentlich so ziemlich alles müsste damit komplett im Eimer, unter aller Sau, und immernoch etwas besser als meine Styro-Balsa-ASW-"22" sein.

Damit wieder gekurbelt. Erstmal versucht mit allen Rudern in alle Richtungen den doch sehr wackeligen Kreis auszusteuern, mit vornehmlich gegensinnigem SR/QR: War sehr Wackelig, öfters mal Abriss ... ging "irgendwie". Dann wieder nur mit HR, die Korrekturen mit SR/QR gleichsinnig. Es sah irgendwie nicht gut aus was der Segler da gemacht hat, aber er lag recht stabil im Kreis. Zumindest nicht schlechter als in der gegensinnigen Version, und oft sogar ein wenig ruhiger.

Jetzt ist das ja allerdings nur ein Simulator, und nix "Rechtes". Was ich also am besten mal machen sollte für den Härtetest ist diese ASW-"22" mit nem Schleppservo ausrüsten und die an nem ruhigen Tag mal auf den Platz schleifen. Wenn die das nämlich hinkriegt ... dann kann auch ne Parkbank so Kreisen :).

Irgendwie lässt mich das Thema gerade nichtmehr los. Das rüttelt quasi in den Grundfesten von allem was ich bisher so gelernt hab, und stellt sich für meine sehr laienhafte Betrachtung trotzdem als bisher richtig heraus? Wow :-D.

Wir harren weiterer Tests und Meinungen!

Grüßle
-Dario

PS: Will ja niemand auf die Füße treten oder so. Will nur verstehen was eigentlich vor sich geht, und da ist jede Meinung und Erfahrung erstmal interessant...
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon Baui » Mi 29. Okt 2014, 14:35

Achtung jetzt komm ich mit geballtem und geklautem Forenwissen :D (Bitte nicht gleich erschlagen)

Differenzierung für Quer
Querruder und Nase abtauchen:

Test 1: Bei HighSpeed mal mehrere Rollen ohne HR-Einsatz
fliegen - rollt er dann sauber um die eigene Längsachse oder macht
er Fassrollen ?

Bei Fassrollen => die Querruderausschläge nach unten vergrößern,
also Differenzierung weg nehmen. Das gilt aber nur für schnelles Fliegen !

Test 2: Beim Langsamflug mal vorsichtig nur mit QR von rechts nach links
rollen - bis ca. 20 ∞ Schräglage. Wenn er sich dann aufschaukelt, hast Du
zuwenig Differenzierung. Wenn er abtaucht und die Nase runter nimmt,
hast Du zuviel Differenzierung und / oder dein SP ist zuweit vorne.
Das gilt aber nur für langsames Fliegen !

Jetzt kommt V-Leitwerk Differenzieren:

Das V-Leitwerk kann ganz einfach richtig differenziert werden:

Fliege geradeaus und hau voll Seite rein
-->a) Flieger nimmt die Nase hoch
-->b) Flieger nimmt die Nase runter
-->c) Flieger bleibt neutral

bei a) etwas Tiefe zur Seite mischen
bei b) etwas Höhe zur Seite mischen
bei c) freuen !
An die Zwischenwerte muss man sich rantasten.....

Ich fliege alle meine Modelle mit V-Leitwerk ohne Diff und ich hab fast nur V-Leitwerkler weil ich´s einfach "sexy" finde.

Diff wird doch einfach während des Fluges automatisch gesteuert oder seh ich das falsch ?
Bissel Seite mit Höhe oder viel Seite mit weniger Höhe so lässt sich der Popo bz. die Nase im Kreis doch wunderbar justieren !?

Ist wie beim Autofahren mit der Kupplung ! Üben üben üben :mrgreen:
Ich möchte Moderator im Archiv werden...
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon italouwe » Mi 29. Okt 2014, 15:26

Jaja,

meine Kupplung wurde kürzlich gewechselt... :oops: . Teuer.
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon TilmanBaumann » Mi 29. Okt 2014, 17:17

Baui hat geschrieben:Ich fliege alle meine Modelle mit V-Leitwerk ohne Diff und ich hab fast nur V-Leitwerkler weil ich´s einfach "sexy" finde.

Diff wird doch einfach während des Fluges automatisch gesteuert oder seh ich das falsch ?
Bissel Seite mit Höhe oder viel Seite mit weniger Höhe so lässt sich der Popo bz. die Nase im Kreis doch wunderbar justieren !?

Das ist ja der Grund warum die meisten Modelle einen V-Winkel von etwa 30 Grad haben. Da passt das schon so in etwa.
Mein erstes V-Leitwerk Modell war da nicht so gut drauf. Da wurde der V-Winkel mal ziemlich flach gedrückt (Cyano im Feld Reperatur und Unwissen...). Das hat schon ganz schön Delfiniert wenn man Seitenruder gegeben hat. :D
Bevor ich das 100% ausbalanciert hatte hatte ich einen Kollegen damit fliegen lassen. Danach war das nicht mehr so wichtig. :twisted: Der Arme fühlt sich immer noch verantwortlich. :oops:
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon UweH » Mi 29. Okt 2014, 17:27

Baui hat geschrieben:Diff wird doch einfach während des Fluges automatisch gesteuert oder seh ich das falsch ?
Bissel Seite mit Höhe oder viel Seite mit weniger Höhe so lässt sich der Popo bz. die Nase im Kreis doch wunderbar justieren !?


Hi Matthias,

beim V-Leitwerk läßt sich mit Knüppeln jede beliebige Differenzierung einstellen, das ist richtig.
Trotzdem ist eine elektronische Vormischung praktisch wenn der Flieger bei Seitenrudereinsatz ein Eigenleben bekommt, z.B. ohne dass man am Höhenruderknüppel rührt bei Seite legen die Nase hoch nimmt (das mach z.B. mein Shooter so).
Ich möchte gerne dass mein Flieger nur auf die gewünschte Steuereingabe reagiert wenn ich nur eine Achse steuere und ich nicht jedesmal eine andere Achse zum Ausgleich der Nebenreaktion mit steuern muss um z.B. die Fahrt konstant zu halten.
Deshalb programmiere ich das Eigenleben über Diff weg und stimme damit das Flugverhalten des jeweiligen Modells auf meine Steuergewohnheiten ab.

Gruß,

Uwe.
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon Nebukadneza » Mi 29. Okt 2014, 18:42

Hi,

@Baui: Schöne zusammenfassung zum Differenzierung einstellen! Die Tests hatte ich zwar beim Erstflug schon gemacht, aber so schön geordnet und mit dem Wissen worauf ich schauen sollte werde ich das nochmal etwas bewusster unternehmen.

Mein Ursprungsproblem mit dem Wegsackem im Kreisflug hat sich ja durch das nicht gegensinnige Rudern vollkommen in Wohlgefallen aufgelöst. Daher bin ich mir nicht gerade sicher.
Natürlich würde ich aber gerne, wie es auch Uwe beschreibt, möglichst die "Reinheit" der Ruderachsen herstellen...

Wobei bei der Rolle ... die Kiste ist so träge und schwerfällig, da hab ich schon etwas Angst :D.

Grüßle & Danke
-Dario
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon Nebukadneza » Sa 8. Nov 2014, 19:15

Hi,

ich bin hier zwar wieder vollkommen am Thema vorbei, aber nochmal zum sauberen Kreisflug:

Ich hab heute mit meiner größten unsaubersten verzogenen und vmtl nochnie sauber berechneten (nichtmal auf mm-Papier!) ASW-22½** mal bei halbwegs ruhigen Bedigungen in der Ebene gekreist. Hatte ich vorher nochnie gemacht weil ich nicht wusste wie ich die Kiste hochbekommen soll, aber heute boten sich da gleich 2 schöne Möglichkeiten die ich nochnie probiert hatte: F-Schlepp und Windenstart. Beides hat die Maschine überlebt ... leider? :-)
**Also, die "kleinere" hässlichere hier: http://gallery.ghostdub.de/var/resizes/ ... G_4773.JPG


Also, auf jeden Fall habe ich wieder beides probiert, einmal Kreisflug mit vorsichtig gegensinnigen Rudern, so dass der Rumpf etwas stärker in die Kurve hineinzeigt, und einmal nach dem Einleiten nur mit Höhe gestützt (was je nach Winkel entweder dazu geführt hat dass die Maschine weiter reinfällt, oder sich aufgrund der unfreiwilligen/über die jahre "gebogenen" V-Form wieder aufstellte). Was soll ich sagen ... ich mag jetzt vielleicht einseitig angehaucht klingen, aber selbst diese Murxkanone macht die weniger sinkenden und deutlich schöneren (und immernoch stabileren!) Kreise nur mit Stützhöhe.

Was mir aber aufgefallen ist: Wenn ich nur mit Höhe stütze brauche ich viel mehr Höhe als beim "Gegensinnigen Rudern + Stützen". Bei der RESo war das ja auch ähnlich, dort konnte ich trotz der starken Mehrfach-V-Form die "Seite Rein" fast weglassen indem ich einfach MEHR Höhe genommen hab. Und auch da wurde das Sinken im Kreis besser...

So, jetzt aber wieder der "Disclaimer": Ich bin ja nur ein doofes Anfängerchen mit ohne Erfahrung. Ich höre jetzt nur einfach mal allen Lagern zu, und versuche dann für mich das rauszunehmen was besser funktioniert. Und auf irgendwelche Füße treten will ich sowieso niemanden ;-).

Grüßle
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon mario » So 24. Mai 2015, 13:41

Tag zusammen.
Ich komme leider viel zu selten zum Fliegen. Jedenfalls viel seltener, als ich eigentlich gerne fliegen würden. Aber das ist eine andere Sache.
Ich habe seit der damaligen Diskussion bei Segelflügen versucht, nur mit HR meine Kreise zu fliegen.
Ich schaffe das nicht. Und es liegt nicht am Modell, da ich es mit keinem meiner Segler hin bekomme. Entweder liegt es also am Piloten, oder die Aussage ist (so grundsätzlich wie sie gemacht wurde) nicht richtig.
Ich muss beim Kurvenflug immer etwas Seite in die Kurve hinein steuern. Bei meinen Seglern habe ich eine Expokurve auf dem Ruder liegen. Wenn ich mir die Ausschläge ansehe ist das minimal im Bereich von 5-10mm, aber halt vorhanden.
Zusätzlich steuere ich natürlich noch Höhe/Tiefe parallel.

Mich würde wirklich interessieren, wie das bei euch aussieht.

Grüße
Mario
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon UweH » So 24. Mai 2015, 14:00

Hallo Mario, bei den meisten meiner Leitwerkssegler bleibt das Seitenruder nach starkem Ausschlag zum einleiten der Kurve mehr oder weniger stark stehen und mit Quer und Gegenquer wird gestützt und korrigiert um die Schräglage konstant zu halten. Mit ziehen wird die Sollgeschwindigkeit eingestellt und gehalten, das ist fast schon alles, der Rest ist üben, üben, üben... ;-)

Gruß,

Uwe.
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Re: Kreisen mit dem V-LW (War: "Flachlandthermik")

Beitragvon mario » So 24. Mai 2015, 14:10

Hallo Uwe,
das ist die gleiche Steuermethode, die ich auch verwende.
Damals ging es darum, dass man nicht das SR stehen lässt, sondern einmal die zum Flugzeug passende bzw. richtige Schräglage einstellt und dann nur noch mit gezogenem Höhenruder im Kreis bleibt.
Vielleicht habe ich auch was falsches verstanden?

Grüße
Mario
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