(T-) Höhenleitwerksanlenkung

(T-) Höhenleitwerksanlenkung

Beitragvon Balthasar » Mi 11. Okt 2017, 21:41

Hallo Ihr Leut'!
Ich habe mit einer gebrauchten 4m ASH 26 von Graupner/Tangent mein erstes Modell in dieser Größenordnung erstanden. Jetzt ist mir aufgefallen, das die Anlenkung des (T-) Höhenleitwerkes mit einem ziemlich großen Umlenkhebel im Seitenleitwerk realisiert wird. Der Hebel "steht" im Seitenleitwerk und hat seinen Drehpunkt etwa in der Mitte. Unten drückt/zieht ein Bug-Servo über Bowdenzug und oben geht dann nochmals eine kurze Anlenkung waagrecht zum Ruderhorn am Höhenleitwerk.

Der Hebel, seine Drehachse, der Bowdenzug und schließlich das Endstück zum Höhenleitwerk - das kommt mir recht umständlich vor.

Hat jemand eine Idee warum das so gelöst wurde? Warum nehme ich nicht einen Bowdenzug und lege in direkt bis an das Höhenleitwerk? Ich habe das ganze Hebelwerk nicht gewogen, aber es scheint mir, als ob die paar Gramm für ein Heckservo nicht schlimmer/schwerer sein könnten.
In einem anderen Thread wurde auf den Baubericht der Giotto (--> viewtopic.php?f=24&t=1761) hingewiesen. Dort ist ein Messingrohr als Aussenhülle für einen Stahlzug von vorne bis zum Höhenleutwerk verwendet worden. Vielleicht nicht leichter, aber doch sicher spiel- und fehlerfreier.
Welche Vorzüge sollte so ein Hebelwerk haben?

Vielen Dank für Eure Hinweise!
Der Thomas
:-)
--
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Re: (T-) Höhenleitwerksanlenkung

Beitragvon UweH » Mi 11. Okt 2017, 22:19

Balthasar hat geschrieben:Welche Vorzüge sollte so ein Hebelwerk haben?


Hallo Thomas, wenn Hebel und Mechanik gut gemacht sind ist das die leichteste und spielärmste Anlenkmethode für ein T-Leitwerk.
Ein Heckservos ist schwerer, denn das Servos sitzt hinten und auch auch das Kabel hat Gewicht hinter dem Schwerpunkt.
Das Spiel eines Bowdenzugs der in einem Bogen in die Finne verlegt wird ist indiskutabel. Dass hat man bis in die beginnenden 2000er Jahre oft so gemacht und auch ich hatte solche Modelle. Dass die schwer zu trimmen waren und oft auch schlecht flogen lag an der Höhenruderanlenkung, wurde aber wahlweise auf den Hersteller oder die Profile oder auf Störungen in der alten Analogfunke geschoben :P

Gruß,

Uwe.
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Re: (T-) Höhenleitwerksanlenkung

Beitragvon Goofy » Do 12. Okt 2017, 11:32

Hallo Thomas,
ich kann Uwe nur beipflichten. Beim Neuaufbau meines Mistral-C mit 4,28 m habe ich eine solche Anlenkung realisiert:

IMGP2279.jpg


Anlenkung vorher:

IMGP0980.jpg
IMGP0980.jpg (37.57 KiB) 313-mal betrachtet



Zweck der Übung war es, im hinteren Rumpfbereich Gewicht einzusparen. Die ( kugelgelagerte ) Wippe aus - mit Kohlefaser belegtem - Balsa wiegt inclusive Anlenkungen 9 g . Das zuvor verbaute Futaba S 3150 wiegt ohne Anlenkungsmaterial und Befestigungsspant 23 g. Klingt nicht nach viel, aber diese und noch ein paar andere ähnliche Maßnahmen, die alle ein paar Gramm Gewicht eingespart haben, führten dazu, dass ich am Ende 430 g Blei aus der Nase entfernen konnte.
Außerdem ist die Anlenkung mindestens so spielfrei, wie zuvor mit Servo im Heck. Angelenkt habe ich die Wippe mit einer Schubstange aus Kohlerohr ( Pfeilschaft ).
Vorne im Cockpit werkelt jetzt ein kräftiges Standartservo, welches sowohl von der Stellkraft, als auch von der Zuverlässigkeit her, über jeden Zweifel erhaben ist. Das gibt mir von der Sicherheitsseite aus gesehen auch noch ein besseres Gefühl.

Viele Grüße
Elmar
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Re: (T-) Höhenleitwerksanlenkung

Beitragvon Balthasar » Do 12. Okt 2017, 21:30

Jau, vielen Dank Uwe & Elmar! Das war jetzt unerwartet und damit ziemlich hilf- und lehrreich :-)
Ich hätt nich' gedacht , dass ein Bowdenzug die schlechtere Wahl wie ein Hebel ist.

Ok, dann lass' ich das erstmal so wie es ist. Da es ein Graupner/Tangent Modell ist gehe ich mal optimistisch davon aus, dass der Hebel ausreichend gute Qualität hat.
Trotzdem werde ich wohl irgendwann mal die Direktanlenkung mit einem Heckservo checken. Ich will den Segler elektrifizieren und hätte dann mit dem Flugakku noch genug Platzierungsspielraum um die Hecklast auszugleichen.
--
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