Erstflüge

Re: Erstflüge

Beitragvon jww » Sa 23. Apr 2016, 21:15

Hi Uwe,

danke für die Blumen. Allerdings hoffe ich, dass mich in nächster Zeit nicht wieder so der Ehrgeiz packt, denn derzeit habe ich vor, einfach nur einen Pfeil zu bauen und dann (von Messtechnik abgesehen) bloß fliegen zu gehen...

Die künstliche Stabilität wird mich vermutlich mal wieder reizen, aber da sind so Sachen, die mir immer wieder Sorge bereiten und die nur mit viel Aufwand in den Griff zu bekommen wären. Denn: was passiert bei Sensorausfall? Die Windfahne ist zumindest mechanisch empfindlich, dafür kann man sie (vor dem Flug) leicht auf Funktion prüfen (im Gegensatz zu irgendwelchen Drucksonden). Bei einem Ausfall kann man nur hoffen, dass die Kiste hübsch gleichmäßig um ihre Querachse rotierend relativ langsam zu Boden fällt.

Man müsste den Schwerpunkt zwischen +4% STM und -5% verstellen können -- dann kann man "natürlich" starten, das System gemütlich in der Luft einstellen und justieren, ebenso landen, muss keine Angst vor dem Sensorausfall haben. Aber das ist mechanisch sehr aufwändig, wird groß und schwer.

Somit ist es doch praktikabler, mehrere Drucksensoren einzubauen, deren Plausibilität zu prüfen usw. Das ist dann "nur" viel Entwicklungsaufwand.

Hhhm, nee, ich sollte schnell den Pfeil bauen ;-)

Viele Grüße,
Jens
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Re: Erstflüge

Beitragvon UweH » Sa 23. Apr 2016, 21:40

Hallo Jens,

deshalb:

jww hat geschrieben:aber da sind so Sachen, die mir immer wieder Sorge bereiten und die nur mit viel Aufwand in den Griff zu bekommen wären. Denn: was passiert bei Sensorausfall? Die Windfahne ist zumindest mechanisch empfindlich, dafür kann man sie (vor dem Flug) leicht auf Funktion prüfen (im Gegensatz zu irgendwelchen Drucksonden). Bei einem Ausfall kann man nur hoffen, dass die Kiste hübsch gleichmäßig um ihre Querachse rotierend relativ langsam zu Boden fällt.


das:

UweH hat geschrieben: und finde für mich persönlich dass eine gute Aerodynamik "von selbst" funktionieren sollte

:D

Mich haben meine Kreiselexperimente an der instabilen Impeller-Ho IX schon genervt und die richtigen Einstellungen hab ich nicht hin bekommen, ich weiß nicht obs am Kreisel oder am Flugzeug oder an mir lag. Die Schubstrahlruder die ich danach verwendet habe funktionieren parallel zum Querruder eigensicher, auch wenn falsche Mischungen am Anfang der Einstellflüge zu grausam aussehenden Schiebeflügen führten, sie waren nicht gefährlich für das Flugzeug.


jww hat geschrieben:Hhhm, nee, ich sollte schnell den Pfeil bauen ;-)


Was für ein Pfeil? :roll: .....das ist Neugier eines Pfeilfans der sich schon wieder viel zu sehr mit Brettern beschäftigt :oops: ;-)

Gruß,

Uwe.
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Re: Erstflüge

Beitragvon jww » Sa 23. Apr 2016, 22:48

Ein verkleinerter Smile mit schwachem E-Antrieb, vermutlich 1,6m Spannweite, 25° Vorderkantenpfeilung, Tiefe 188mm auf 150mm. So wie es gerade aussieht Winglets wie beim Smile gedacht und keine DSA-Rohre (die würden mehr Arbeit machen). Wölbklappe zentral angelenkt, 30% der Spannweite.
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Re: Erstflüge

Beitragvon UweH » Sa 23. Apr 2016, 23:45

jww hat geschrieben:So wie es gerade aussieht Winglets wie beim Smile gedacht und keine DSA-Rohre (die würden mehr Arbeit machen). Wölbklappe zentral angelenkt, 30% der Spannweite.


Hallo Jens,

der Smile hat wegen der Wingletauslegung sehr störende Ablöseblasen am Wingletfuß. Damit läßt sich das simulierte Stabilitätsmaß von 8 % nicht fliegen, man braucht etwa 11 % um die Zirkulationsverteilung so weit unterelliptisch zu bekommen dass die Ablöseblasen den Langsamflug nicht mehr verschlechtern, aber damit ist angestrebte Optimalität der Auslegung dahin.
Wenn Du den Smile mit den zur Flugrichtung angestellten Winglets baust, dann bitte mit DSA-Rohren, das ergibt dann einen sehr guten Thermiksegler der in Rippe sicher auch für RES gut geeignet wäre. Dann würde mich aber auch interessieren mit welchem Stabilitätsmaß er sich fliegen läßt, denn hier versagt die Simulation, aber eigentlich müssten die 8 % dann wieder möglich sein.
Bei der RCN-Diskussion zu Smile und Marumba wird in der vergleichenden Analyse von Philip Kolb gerne überlesen dass der beim Gewicht mit dem leichten Smile gleich geschaltete Marumba im Trimmbereich für den Thermikflug mit dem Smile gleich auf ist, aber im Trimmbereich des besten Gleitens die Nase vorn hat.
Beim Trimmbereich für den Schnellflug hat Philip die falsche Wölbklappenstellung benutzt, niemand außer Philip Kolb in der Simulation fliegt im Speed mit nach unten ausgeschlagener Wölbklappe :roll:
Philip hat die vergleichende Simulation für mehrere Aspekte der Auslegung entweder bei der Klappenstellung für den Flugzustand oder bei den Argumenten für die Erklärungen der Simulationsergebnisse frisiert und den Marumba dabei schlecht aussehen lassen obwohl er das nicht ist. Ich weiß nicht warum er das gemacht hat, aber es ist Fakt.
Der Smile ist ein ordentlicher Pfeil wenn man ihn leicht baut und mit DSA-Rohr oder anderer Wingletauslegung dazu bringt dass er mit dem bei der Auslegung beabsichtigten Stabilitätsmaß von 8 % oder leicht darüber fliegt, aber bitte ohne Wölbklappen. Für eine sinnvolle Wölbklappenwirkung für den Thermikflug hat der Smile bei seiner Streckung zu wenig Pfeilung. Wenn man mit der Wölbklappe nur den Profilwiderstand am Innenflügel an den Flugzustand anpassen will könnte es vielleicht passen, hab ich aber noch nicht untersucht.
Als 25-35 g/dm² Wölbklappen-Allrounder oder bei mehr Gewicht für den schnellen Hanglug ist der Marumba sicher die bessere Wahl für einen Nachbau.

Sorry dass ich die alte, leidige Diskussion hier noch mal aufwärme, aber die Argumente und Tatsachen wurden damals von Philip und Benjamin so verdreht und frisiert dass ein Außenstehender nicht mehr wusste was er eigentlich glauben soll. Nurflügelentwicklung hat aber dank Frank Ranis, Mark Drela und den versierten Nutzern ihrer Programme und ihrem Erfahrungsaustausch nicht mehr so viel mit Glauben und Esotherik zu tun wie noch vor 20 Jahren, sondern mit Know-How und Methodik auf das sich die meisten Leitwerkerdesigner bei ihren gelegentlichen Ausflügen in unsere Ecke der Flugzeugauslegung gar nicht einarbeiten können.

Gruß,

Uwe.

P.S., Edit: hab gerade noch mal gelesen dass Du die Pfeilung vergrößern möchtest, dann passen die Wölbklappen auch zum Smile, an der Ablöseblasenfabrik angestellte Winglets ändert die größere Pfeilung aber nichts, im Gegenteil.
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Re: Erstflüge

Beitragvon jww » So 24. Apr 2016, 21:38

'nabend Uwe,

das Smile-Thema ist meiner Meinung nach in verschiedener Hinsicht schwierig:

1. Da spielte und spielt viel zwischenmenschliches Zeug mit.

2. Im rcn-Thread sind vier verschiedene Varianten erwähnt (Prototyp, Skizze ohne WK, Skizze mit WK, Stefan Siemens). Es ist meist nicht eindeutig, welche Schwerpunktangabe wozu gehört.
Nach dem was man im Internet findet (was ja überhaupt nix bedeuten muss), wurden nur vier Stück gebaut, die sicher unterschiedliche Geometrie haben, von keinem ist der letztlich für gut befundene Schwerpunkt bekannt (vom Marumba bisher übrigens auch nicht, wenn ich das recht sehe), nur welche die auf der kopflastigen Seite liegen und mit denen keine weiteren Schwerpunktversuche gemacht wurden (so mein bisheriger Stand nach nicht-öffentlichen Kontakt mit Stefan Siemens und David Stockmayr). Wie kommst Du auf angestrebte 8% STM? Die habe ich bisher nicht gefunden.

3. Auch die großen Kritiker des Smile haben (so weit ich weiß) keinen gebaut/geflogen, auch keinen vergleichbaren Pfeil. Es wurde/wird auf Grund von Rechnungen und auf Grund von Erfahrungen mit ANDEREN Pfeilen argumentiert.

Mir ist klar, dass ich mit einem entkoppelten Winglet (sogar ohne DSA-Rohr, aber mit wohl umso mehr) vermutlich mit größerer Wahrscheinlichkeit vor Winglet-Problemen sicher bin. Der Herdentrieb deutet sowas vielleicht an, aber wiederum muss man sagen: es wurden wohl wenige Smiles gebaut. Ich weiß nur: Stefan und David bescheinigen ihm Gutes, haben den SP nicht wirklich erflogen, sind jedoch in Bezug auf Pfeilnurflügel nicht unerfahren.

Eine Sache ist mir noch aufgefallen: Benjamin hat bei rcn eine Grafik mit Rechenergebnissen gezeigt (8° Anstell- und Schiebewinkel), auf der man eine Blase (die sich aber nicht ablöst) über die komplette Spannweite der voreilenden Flügelhälfte sehen kann, ebenso am Wingletfuss. Wieder mal gibt es leider keine Vergleichsrechnung in genau dem Zustand mit einer entkoppelten Wingletauslegung. Du hast dann aber ein paar Beiträge weiter geschrieben, dass Du genau das Bild an Deinem betauten Ares sehen konntest (obwohl vermutlich nicht der gesamte Flug mit 8° Schiebewinkel stattfand). Das deutet für mich nun nicht darauf hin, dass Smile kritischer ausgelegt ist als andere.
http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ost2855224

Ich bin wirklich unentschieden, finde aber die Kritik am Smile nicht überzeugend begründet, denn es fehlt der praktische Versuch. Ich baue leider zu langsam, sonst würde ich zwei Auslegungen bauen oder eine mit auswechselbarer Winglet-Philosophie...

Gruß,
Jens
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Re: Erstflüge

Beitragvon UweH » So 24. Apr 2016, 22:21

Hallo Jens,

jww hat geschrieben:'1. Da spielte und spielt viel zwischenmenschliches Zeug mit.


Das stimmt, oder warum sollte Philip Kolb sonst von der sachlichen Diskussion abweichen und z.B. den Speedflug mit gesetzer positiv-Wölbklappe simulieren?
Weiter möchte ich auf dieses Thema nicht eingehen.


jww hat geschrieben:'2. Im rcn-Thread sind vier verschiedene Varianten erwähnt (Prototyp, Skizze ohne WK, Skizze mit WK, Stefan Siemens). Es ist meist nicht eindeutig, welche Schwerpunktangabe wozu gehört.
Nach dem was man im Internet findet (was ja überhaupt nix bedeuten muss), wurden nur vier Stück gebaut, die sicher unterschiedliche Geometrie haben, von keinem ist der letztlich für gut befundene Schwerpunkt bekannt (vom Marumba bisher übrigens auch nicht, wenn ich das recht sehe), nur welche die auf der kopflastigen Seite liegen und mit denen keine weiteren Schwerpunktversuche gemacht wurden (so mein bisheriger Stand nach nicht-öffentlichen Kontakt mit Stefan Siemens und David Stockmayr). Wie kommst Du auf angestrebte 8% STM? Die habe ich bisher nicht gefunden.


Die Simulation für das Auslegungs-Stabilitätsmaß des Smile von 8 % ist hier in einem pdf: http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ost2823800
Philip Kolb hat einem interesssierten Nachbauer aus meinem Bekanntenkreis neben der Übermittlung der Profile die Smile Schwerpunktangabe 226 - 230 mm gemacht, das entspricht im FLZ_Vortex einen Stabilitätsmaß von 10,3 - 12,5 %
Die Ablöseblase am Wingletfuß ist in der AVL-Simulation von Benjamin sogar zu sehen, hier habe ich die Stelle markiert: http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ost2855445
Der Schwerpunkt des Marumba in der Übersichtszeichnung ist aus der Simulation und entspricht 8 % Stabilitätsmaß. Ich habe Norberts Marumba bei meinen Testflügen genau vermessen und nachsimuliert, die 7 % sind also das Stabilitätsmaß des erflogenen Schwerpunkts aus der Nachsimulation des vermessenen Flugzeugs im FLZ_Vortex.
Ich habe Stefan Siemens mehrfach gebeten den erflogenen Schwerpunkt seines Smile-Nachbaus bekannt zu geben, das hat er aber nicht getan.



jww hat geschrieben:'Du hast dann aber ein paar Beiträge weiter geschrieben, dass Du genau das Bild an Deinem betauten Ares sehen konntest (obwohl vermutlich nicht der gesamte Flug mit 8° Schiebewinkel stattfand). Das deutet für mich nun nicht darauf hin, dass Smile kritischer ausgelegt ist als andere.
http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ost2855224


Der Schwerpunkt beim ARES ist ebenfalls für das vermessene Flugzeug erflogen, das Stabilitätsmaß ist 8 %, wenn man Abrisse im extrem engen Kreisflug in Kauf nimmt lassen sich auch 7 % fliegen.

jww hat geschrieben:'Ich bin wirklich unentschieden, finde aber die Kritik am Smile nicht überzeugend begründet, denn es fehlt der praktische Versuch. Ich baue leider zu langsam, sonst würde ich zwei Auslegungen bauen oder eine mit auswechselbarer Winglet-Philosophie...


Einige der Leute die sich bei der Smile-Diskussion beteiligt haben und die Wingletauslegung des Smile kritisierten haben in den letzten 25 Jahren zig Pfeilnurflügel gebaut und sprechen dabei aus viel Erfahrung. Nach dieser Diskussion wurden bei der Entwicklung der manntragenden AK-X mit den Versuchsmodellen genau die Erfahrungen gemacht, die bestätigen dass die elliptische Zirkulationsverteilung nach Munck bei einem Wingletnurflügel zu Abrißproblemen und einer zwangsläufig notwendigen Erhöhung des simulierten Stabilitätsmaßes führt um gutmütige Flugeigenschaften zu erhalten.
Damit weicht das fliegende Flugzeug von der Simulation und ihren Auslegungszielen zwangsläufig ab wenn man den Wingletfuß derart gestaltet.

Über die vorstehenden Kommentare hinaus möchte ich die alte Diskussion nicht weiter fort setzen, denn ich habe wirklich nicht die Zeit die alten Kamellen noch ein weiteres mal durch zu kauen um zum gleichen Ergebnis zu kommen: Meine Pfeile sind in der Simulation nicht optimal, aber die Flugleistungen reichen z.B. beim ARES aus um im Wettbewerb mit den Leitwerkern gleicher Klasse mit zu fliegen und Runden zu gewinnen. Mir genügt das als Beleg dass meine nicht perfekten Flügel im Freizeitflugbetrieb so funktionieren wie ich mir das ausrechne.

Gruß,

Uwe.
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Re: Erstflüge

Beitragvon jww » So 24. Apr 2016, 23:46

Hi Uwe,

UweH hat geschrieben:Philip Kolb hat einem interesssierten Nachbauer aus meinem Bekanntenkreis neben der Übermittlung der Profile die Smile Schwerpunktangabe 226 - 230 mm gemacht, das entspricht im FLZ_Vortex einen Stabilitätsmaß von 10,3 - 12,5 %

Das passt einigermaßen gut zu den AVL-Ergebnissen, wenn ich die Smile-Skizze ohne Wölbklappen, mit 23° Nasenpfeilung zugrunde lege. Kannst Du mir noch den einen Gefallen tun und nachschauen ob Du auch diese Geometrie oder eine andere verwendet hast? Dann habe ich eine Ahnung, wie ich meine Stabilitätsmaße in Relation zu Deinen sehen muss. Mir ist klar, dass man sich nicht an einem Prozentpunkt aufreiben muss, aber der Unterschied zum geometrischen STM kann halt groß und wesentlich sein.

UweH hat geschrieben:Die Ablöseblase am Wingletfuß ist in der AVL-Simulation von Benjamin sogar zu sehen, hier habe ich die Stelle markiert: http://www.rc-network.de/forum/showthre ... ost2855445

Ja, habe ich doch selbst auch geschrieben. Du bist aber nicht darauf eingegangen, warum dieses Bild schlecht ist, das gleiche Bild (in Bezug auf den Hauptflügel) in der Realität an Deinem Ares jedoch nicht.

UweH hat geschrieben:Ich habe Stefan Siemens mehrfach gebeten den erflogenen Schwerpunkt seines Smile-Nachbaus bekannt zu geben, das hat er aber nicht getan.

Doch, hat er. Er weiss es nicht genauer als er es bei RCN geschrieben hat. Dort hat er einen Screenshot veröffentlicht mit 24° Nasenpfeilung, SP bei 229,5mm (7% laut seinem Programm). Wenn man dann 15g entnimmt, landet man bei ungefähr 233mm (kann man aus seinen Angaben abschätzen). Diese SP-Lage fand er "vermutlich noch kopflastig", so steht es dort.
Er hat den Flügel nach einigen Flugstunden an Benjamin zurückgegeben ohne die SP-Lage weiter zu optimieren.

UweH hat geschrieben:Nach dieser Diskussion wurden bei der Entwicklung der manntragenden AK-X mit den Versuchsmodellen genau die Erfahrungen gemacht, die bestätigen dass die elliptische Zirkulationsverteilung nach Munck bei einem Wingletnurflügel zu Abrißproblemen und einer zwangsläufig notwendigen Erhöhung des simulierten Stabilitätsmaßes führt um gutmütige Flugeigenschaften zu erhalten.
Damit weicht das fliegende Flugzeug von der Simulation und ihren Auslegungszielen zwangsläufig ab wenn man den Wingletfuß derart gestaltet.

Wenn man also davon ausgeht, dass die Verhältnisse bei AK-X und Smile hinreichend ähnlich sind (z.B. ca_max der verwendeten Profile und vieles andere, was ich nicht beurteilen kann), könnte diese Erfahrung übertragbar sein. Aber die AK-X hat ausgerundete Übergänge und andere Details kenne ich schon gar nicht...

UweH hat geschrieben:Über die vorstehenden Kommentare hinaus möchte ich die alte Diskussion nicht weiter fort setzen, denn ich habe wirklich nicht die Zeit die alten Kamellen noch ein weiteres mal durch zu kauen um zum gleichen Ergebnis zu kommen: Meine Pfeile sind in der Simulation nicht optimal, aber die Flugleistungen reichen z.B. beim ARES aus um im Wettbewerb mit den Leitwerkern gleicher Klasse mit zu fliegen und Runden zu gewinnen. Mir genügt das als Beleg dass meine nicht perfekten Flügel im Freizeitflugbetrieb so funktionieren wie ich mir das ausrechne.

Mir geht es bei der Smile-Diskussion überhaupt nicht um Deine Pfeile, Dir anscheinend schon (zumindest hört sich der letzte Satz so an).

Mich interessiert nur, ob die Smile-Auslegung im Vergleich zum entkoppelten oder gar DSA-Winglet tatsächlich ein wesentliches Problem hat. Und dazu muss man zunächst den Smile selbst anschauen, nicht andere. Als nächstes muss man den Smile mit anderen vergleichen, nicht andere mit nochmals anderen. Soweit ich weiss, wurde der Smile in Bezug auf das Wingletfußproblem nicht mit einem anderen Pfeil direkt verglichen (weder in der Realität noch in irgendeiner Rechnung).

Gruß,
Jens
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Re: Erstflüge

Beitragvon UweH » Mo 25. Apr 2016, 01:05

jww hat geschrieben:Mir geht es bei der Smile-Diskussion überhaupt nicht um Deine Pfeile, Dir anscheinend schon (zumindest hört sich der letzte Satz so an).

Mich interessiert nur, ob die Smile-Auslegung im Vergleich zum entkoppelten oder gar DSA-Winglet tatsächlich ein wesentliches Problem hat. Und dazu muss man zunächst den Smile selbst anschauen, nicht andere. Als nächstes muss man den Smile mit anderen vergleichen, nicht andere mit nochmals anderen. Soweit ich weiss, wurde der Smile in Bezug auf das Wingletfußproblem nicht mit einem anderen Pfeil direkt verglichen (weder in der Realität noch in irgendeiner Rechnung).


Sorry Jens, aber meiner Meinung nach ist das Quatsch :roll:
Es geht nicht um meine Pfeile, sondern um aerodynamische Prinzipien und in wie weit die Simulation die Wirklichkeit abbildet.
Die Überlagerung des Auftriebs von Außenflügel und Winglet führt bei allen Pfeilen zur cA-Überlastung des Wingletfußes und eine geometrische Entkopplung durch Rückverlagerung des Winglets hilft dagegen nur begrenzt. Der Smile hat keine spezielle Aerodynamik für sich gepachtet die nur für ihn gilt, ebensowenig die anderen Pfeile.
Die Pfeile mit sehr kleinen Stabilitätsmaßen die ich bisher geflogen habe hatten entweder eine aerodynamische Entlastung des Außenflügels /Wingletfußes oder eine geometrische (z.B. Schränkungssprung beim x-mess-Außenflügel, geflogenes Vortex-Stabilitätsmaß 8 %, mit Winglet-Turbulatoren 7 %). Man kann auch Pfeile von vorn herein so auslegen dass die simulierte Auslegung dem fliegenden Flugzeug entspricht, aber nicht indem man bei kleinem Stabilitätsmaß die Auftriebsüberlagerung ignoriert, sondern indem man die Auslegungsparameter bewußt so wählt dass man die Simulationsergebnisse auch fliegen kann.
Ich häng hier die Smile-Datei fürs FLZ_Vortex an mit der ich simuliert habe. Deine Werte, die Du nach den vagen Angaben von Stefan Siemens abgeschätzt hast hab ich mal durch laufen lassen, das Stabilitätsmaß war dabei nie unter 12 %, also weit von den 7 % von Stefan entfernt......aber ich glaube die waren eh ohne Winglets gerechnet, obwohl sein Smile mit Winglets flog.

Gruß,

Uwe.
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Re: Erstflüge

Beitragvon jww » Mo 25. Apr 2016, 21:20

Hallo Uwe,

UweH hat geschrieben:Der Smile hat keine spezielle Aerodynamik für sich gepachtet die nur für ihn gilt, ebensowenig die anderen Pfeile.

Natürlich gilt für alle die gleiche Physik, das ist klar. Es werden aber Erfahrungen von anderen Pfeilen auf den Smile übertragen, wobei mir nicht klar ist, dass die übertragbar sind. In den Forenveröffentlichungen der letzten Jahre habe ich außer dem Smile keinen Pfeil gesehen, der ein so stark gewölbtes (und für kleine Re-Zahl ausgelegtes) Profil wie der Smile auf dem Winglet hatte -- und das halte ich für einen wesentlichen Punkt. Wegen 2° Anstellung hackt man auf dem Smile rum, betrachtet aber die Profilierung nicht -- so sieht es für mich aus. Oder welches Gegenbeispiel habe ich übersehen?

Manfred hatte eine Vorgehensweise zur Prüfung des Wingletfußes vorgeschlagen (Schiebewinkel bei großem CL), was Benjamin dann für den Smile nachgerechnet und bebildert hat. Ich habe jetzt mal einen Teil dieser Rechnung nachvollzogen, dafür aber für drei Modelle: Anstell- und Schiebewinkel werden bei Klappen im Strak erzwungen, so dass sich CL=0.71 ergibt.

- Smile: cl am Winglet geht bis 0.92 (deckt sich mit Benjamins Ergebnis aus AVL). Das Profil kann bis 1.0 bei 50k.
- marumba: cl am ht12-Winglet bis 0.68. Kann bis 0.75 bei 50k.
- sto37_climax: cl am s8025-Winglet geht bis 0.82 (kann laut Windkanal cl=0.9 bei Re=60k). Laut xfoil bis 0.8 bei 50k.

Fazit: nach diesem Vergleich sind smile und marumba ähnlich kritisch (wenn man marumba mit ht12 profiliert!), der climax fällt durch den Test. David hat das Modell sogar nur mit Brettwinglet gebaut. Wirkliche Re-Zahlen habe ich jetzt nicht betrachtet, Profiltiefen und Modellgewichte wollte ich nicht noch ins Spiel bringen.

UweH hat geschrieben:also weit von den 7 % von Stefan entfernt......aber ich glaube die waren eh ohne Winglets gerechnet, obwohl sein Smile mit Winglets flog.

Er hat es sogar dazugeschrieben, dass die Rechnung ohne Winglets ist...

Jetzt werde ich mir Gedanken um ein profiliertes Winglet am DSA-Rohr machen.

Gruß,
Jens
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Re: Erstflüge

Beitragvon UweH » Mo 25. Apr 2016, 22:52

jww hat geschrieben:In den Forenveröffentlichungen der letzten Jahre habe ich außer dem Smile keinen Pfeil gesehen, der ein so stark gewölbtes (und für kleine Re-Zahl ausgelegtes) Profil wie der Smile auf dem Winglet hatte -- und das halte ich für einen wesentlichen Punkt. Wegen 2° Anstellung hackt man auf dem Smile rum, betrachtet aber die Profilierung nicht -- so sieht es für mich aus. Oder welches Gegenbeispiel habe ich übersehen?


Hallo Jens,

der x-mess hat das 2,4 % gewölbte PW-Außenflügelprofil auch am Wingletfuß und damit das zusammen mit dem Außenflügelprofil auch funktioniert hat der Außenflügel im letzten, schmalen Segment eine starke Zusatzschränkung.
Beim Smile ist das Winglet so gedreht, dass das Wingletprofil beim Anstellwinkel zur Flugrichtung den geringsten Profilwiderstand hat.
Dazu jetzt mal zwei Fragen die Du Dir selbst beantworten können solltest: ist der Anströmwinkel am Wingletfuß - Außenflügelübergang denn auch die Flugrichtung oder wird die Strömung dort durch den 90 °-Knick des Flügels irgendwie anders gelenkt? Was macht ein DSA-Rohr und warum macht man es an diesen 90°-Knick des Flügels und nicht an den Randbogen des Winglets wo der bremsende Randwirbel entsteht?
Man hat in der Vergangenheit so selten stark gewölbte Wingletprofile verwendet weil die Pfeilflügeldesigner die Stabilitätsmaße und Auslegungspunkte aus der Simulation auch gerne am gebauten Flugzeug fliegen möchten.
Es geht bei der Kritik am Smile nicht um die 2° Winglet-Anstellwinkel, sondern um die 0,2 CA-Wert-Differenz zwischen der in dem RCN-Thread hoch gelobten optimalen Zirkulationsverteilung und den tatsächlichen Schwerpunktangaben des fliegenden Flugzeugs, die im Thread damals nicht veröffentlich wurden, sondern nur per E-Mail Nachbauinteressenten genannt wurden. Eine für den Nachbau veröffentlichte Nurflügelauslegung ohne Schwerpunktangabe, was soll denn das sein? :roll:

Mach Du mal Dein Experiment mit dem Smile, die Flügelprofile von Philip Kolb sind sehr gut und den PW-RES sehr ähnlich, ich habe sie auch schon oft für Eigenkonstruktionen empfohlen, aber dann mit einer Wingletauslegung deren Wirkung man auch vorhersehen kann....also vor allem bei Zentralleitwerks-Brettern :mrgreen:

Gruß,

Uwe.
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