Bauqualität - Profil

Bauqualität - Profil

Beitragvon jfj » Di 20. Mai 2014, 22:01

Guten Abend,

beim rumlesen habe ich an manchen Stellen die Aussage "dieses Profil erfordert eine sehr gute Herstellungsqualität" gefunden. Woran erkennt der ... mmh sagen wir mal der Interessierte das. Geht das schon aus den Polaren hervor?
Danke und Gruß
Jens
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Re: Bauqualität - Profil

Beitragvon UweH » Di 20. Mai 2014, 22:40

Hallo Jens, ich hab das nie komplett verstanden, aber wenn man Profile hat die besonders niedrige Minimalwiderstände haben funktioniert das nur wenn das Profil auch sehr genau gebaut wird sonst sind andere Profile besser obwohl sie in der Simulation eigentlich höhere Minimalwiderstände haben. Ein Indiz um das in der Simulation zu überprüfen ist das Umschlagskriterium n-crit. Im XFLR5 ist es auf 9 voreingestellt was in etwa der freien Umströmung (nicht Windkanal) eines durchschnittlichen GFK-Flügels entspricht, denn es gibt den Turbulenzgrad der Profilumströmung an. Der Turbulenzgrad kann durch Oberflächenform, Formgenauigkeit, Windkanalturbulenzgrad, Oberflächenrauhigkeit, Flügelverschmutzung und ähnliche Umstände beeinflußt werden. Nehmen die Widerstände stark zu wenn man mit kleineren Turbulenzgraden (= mehr Turbulenz) rechnet, dann sollte auch am gebauten Modell lieber dafür gesorgt werden dass die Einflußfaktoren für den niedrigeren Turbulenzgrad am fliegenden Flugzeug vermieden werden, dazu gehören wellige oder rauhe Oberflächen.
Vielleicht kann jemand der sich damit besser auskennt das genauer erläutern oder mich korrigieren wenn ich da was falsch verstanden habe.

Gruß,

Uwe.
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Re: Bauqualität - Profil

Beitragvon Kayb » Mi 21. Mai 2014, 01:58

Erstmal für den Uwe, damit er mal bissel mehr weiß

Bei der e^n-Methode wird die erste Phase des Umschlagsprozesses, die lineare Anfachung der Tollmien-Schlichting-Wellen, betrachtet und quasi bis zum Umschlagspunkt extrapoliert. Im Rahmen des e^n-Ansatzes wird der Übergang vom laminaren zum turbulenten Zustand angenommen, wenn die Amplitudenvergrößerung der
am stärksten angefachten Störwellenfrequenz einen bestimmten kritischen Wert nkrit. erreicht hat.


Dabei sind Tollmien-Schlichting-Wellen Störungen in der laminaren Grenzschicht.

So nun zum Thema
Bauungenauigkeiten unterschiedliche Einflüsse.
Sie können zu früherem laminar turbulenten Umschlag führen.... damit erhöhst du meist den Widerstand.(muss aber auch nicht immer sein)
Gibt auch die Möglichkeit, dass sich dadurch die Abrisseigenschaften ändern, kann man durch bescheiden verschliffene Nasenleisten erreichen.

Heute werden viele Profile sehr weit Optimiert, dabei sind Unterschiede im Bereich von zehntel Millimeter schon für einige Prozent Leistung verantwortlich. --> Baut man ungenau verliert man diese Leistung schlichtweg wieder. Fliegen tuts dann aber trotzdem noch. Nur halt bissel schlechter.

Gruß Ruben
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Re: Bauqualität - Profil

Beitragvon Bernd H » Mi 21. Mai 2014, 07:39

Ich bin ja gewöhnlich nur stiller mitleser bei solchen Diskussionen weil mir die Einschlägige Vorbildung fehlt.
Ein Fazit daraus wäre das Profile mit Druckumschlag weiter hinten grundsätlich besser sind , weil die beschreibenen Störeinflüsse
auf weniger Fläche angreifen .
Das zweite wäre dann grosse Anstellwinkel vermeiden das der Druck und Strömungsumschlagpunkt auch nicht nach vorne wandert.
Was intensive Nutzung von Flügel verwölben für mehr Auftrieb folgert.
3,tes Fazit Es rentiert sich auch für Auslegungen das Verwölbenund Entwölben des Flügels mit zu berücksichtigen in der Auftriebs/Widerstandsbilanz.
In der Praxis auch so geflogen mit snap flap oder für Thermikflug fumktionirt das mit meiner bescheidenen Erfahrung recht ordentlich, obwohl ich eher von Hand baue, Profile aber mit schon mit verschiedenen Ncrit berechne bzw, vergleiche .
Letzeres eher intuitiv weil ich mit n crit nicht viel Anfangen konnte magles der von euch jetzt recht verständlichen Beschreibung.
Danke dafür :thumbup:

Die Nasenleiste :
Ich spreche jetzt mal von profildicken unter 9% über den ganzen flügel. und Re zahlen von ~70000- 600000
Ich bekomme sie Bauteschnisch meist nicht so hin wie Vorgegeben , also meist etwas spitzer, Änder vor berechnuneg auch meine Profiele dahingehend .
Fliegt man dann Anstellwinkel zwischen -2° bis max4° zeign gen die Flügel hohe Dynamik und laufen im Schnellflug ordentlich.
Der geliche Flügel mit der Ur Nasenleiste gebaut, verträgt ohne zu verwölben und mit Anstellen schon mehr Anstellwinkel für den gewünschten Höchstauftrieb im langsam flug, reisst dann aber meist hart ab,und verliert vor allem beim laufenlassen Dynamik das haben die eher spitzen Nasen nicht die gehen weich über die rollachse zappelnd in den Abriss und quittieren den Flugfehler mit einem durchsacker im Langsamflug.
Im Schnellflug dann aber mit sattem Vollabriss wenn man überzieht.

Was sagt denn die Therorie , und auch praktische Erfahrungen auch Dicken Scale modell Profilen?
Wie gross ist der Einfluss der Nasenleiste wirklich wenn man die Anstellwinkel kontrolliert? Die Nasenleiste ist ja ein Kompromiss Radius der möglichst gutes Strömungsanlegen über einen grossen Einströmwinkelbereich ermöglichen soll.

Also bitte her mit Theorie + Praxis ich bin Zwar über 50 will aber jeden Tag was dazulernen damit mehr vergessen kann und so nicht dumm sterben muss . :lol:

Ps: an meiner Bauqualität arebeite ich jeden Tag, was nicht zwingend bedeutet das es auch jeden Tag besser wird :roll:
Gruß Bernd ..... der as schreim nimma lernt
zefix scho wida so hoch
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Re: Bauqualität - Profil

Beitragvon jfj » Mi 21. Mai 2014, 19:47

...muß ich noch mal in Frieden lesen - danke erstmal und Gruß
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