MimaRES

Re: MimaRES

Beitragvon UweH » Mo 29. Jun 2015, 20:17

Hallo Bernhard, so einfach ist es leider nicht, denn es geht hier nicht um die Auftriebsbelastung an einer Flügelposition in einem stationären Flugzustand, sondern um den nicht ausreichenden Maximalauftrieb eingebauter und durch die Bauweise verfälschter Profile am fertigen Konzept. Ranis kann das gar nicht simulieren und bei den anderen Programmen wie FLZ_Vortex und X-Foil ist die Genauigkeit schon mit den theoretisch korrekten Profilen mindestens umstritten. Mit einem Profil das an den sich an jeder Spannweitenposition durch den Strak und die eingefallene Bespannung ändernden Profilschnitt irgendwie angenähert ist hören die Möglichkeiten der Simulation dann komplett auf.....aber gerade deshalb machen Modellbauer den Versuchsbau und dessen Flugerprobung und loten die Grenzen über die Simulation hinaus aus und manchmal geht dabei auch was schief, das ist einer der interessanten Aspekte an dem Hobby.
Beim Mimares ist meine Konsequenz aus dem Versuch die Profilgenauigkeit am Außenflügel und damit den Maximalauftrieb deutlich zu verbessern. Bei einem Rippenflieger in offener Bauweise geht das einfach mit Zwischenrippen in kleinen Abständen im Nasenbereich, ich würde aber wegen der zusätzlich aufgetretenen Flatterprobleme eine D-Boxbauweise bevorzugen und damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Gruß,

Uwe.
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Re: MimaRES

Beitragvon Bernhard » Mo 29. Jun 2015, 21:16

Hallo Uwe,

mir war schon klar, der stationäre Flugzustand ist nicht das Problem. Auch die halbwegs korrekte Beschreibung in Ranis oder ähnlichem des verfälschten Profils ist schwer möglich. Mit Halbrippen vor dem Holm kannst du das Problem sicher "halbieren". Die Lösung mit einer D-Box bringt sicher eine bessere Profiltreue und auch einen torrisonssteifen Flügel. Die Lösung ist aber bei der gebogenen Nasenleiste aufwendig.

Gruß Bernhard
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Re: MimaRES

Beitragvon UweH » Mo 29. Jun 2015, 21:35

Hallo Bernhard, Beplankung schäften ist einfacher und viel weniger aufwändig als der Ruf dieser Konstruktionsweise (es geht übrigens auch ohne Schäftung indem man die Stoßstelle mit einem Holzstreifen unterlegt, muss man nur bei der Rippenkonstruktion durch doppelten Beplankungsabzug berücksichtigen).
Bei Mimares ist die Nasenleiste ja nur im Innenflügel und an der Flächenspitze gebogen. Ich denke man kommt pro Flügelhälfte und Ober- bzw. Unterseite mit 3-4 Beplankungsabschnitten aus, für den kleinen Bogen an der Flügelspitze genügt eine breitere lamelliert gebogene Holznasenleiste und ferdisch is der Lack ;-) ....den bestehenden Flügel im CAD umzuzeichnen ist dagegen richtig viel Arbeit :roll:
Der mit Koverall, Vlies oder weißer Oralight bespannte Flügel sieht dann zwar im Sonnenlicht nicht mehr ganz so innenbeleuchtet aus, aber bei Sperrholzbeplankung genügt das bespannen der offenen Bereiche zwischen D-Box und Endleiste und das sieht dann am Boden viel schöner aus als das "dürre Gerippe mit der eingefallenen Haut".

Gruß,

Uwe.
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Re: MimaRES

Beitragvon UweH » Sa 4. Jul 2015, 02:35

Hallo,

hier ist noch ein Mimares-Video aus Polsa, ich glaub der Nachfolger von dem Modell wird anders heißen, denn das im Video hat wenig mit RES zu tun und wie der Nachfolger aussehen soll noch weniger. Ich hoffe das Video gefällt obwohl es relativ einfach ohne viel Schnickschnack gemacht ist :roll: ?

https://vimeo.com/132572036



Gruß,

Uwe.
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Re: MimaRES

Beitragvon TilmanBaumann » Sa 4. Jul 2015, 11:26

Sehr geil.
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Re: MimaRES

Beitragvon UweH » So 12. Jul 2015, 19:47

UweH hat geschrieben:Nur bei der Höchstgeschwindigkeit setzt die Bauweise dann deutliche Grenzen, ab etwa 100 km/h flattert der Flügel trotz Massenausgleich der Flaplets


Hallo Leute, meine Schätzung war nicht schlecht, Jörg hat die Flattergeschwindigkeit von Mimares heute dankenswerterweise mal mit dem Radar gemessen :thumbup:

Im Soft-DS hat der Flügel beim durchfliegen der turbulenten Scherzone bei etwa 90 km/h geflattert, vor dem Hang in der ruhigeren Luft bei etwa 110 km/h. Schnellste gemessene Geschwindigkeit war vorm Hang 116 km/h, aber da haben Flügel und die Ruder schon geflattert.
Das Flattern geht immer mit leichtem Ruderflattern los, dann fängt der Außenflügel an mit zu schwingen und mit den stärker mit flatternden Rudern schwingt dann das ganze Flugzeug. Gebrochen ist dabei bisher nichts, das schütteln bremst das Flugzeug stark ab, aber im Anschluß an die Versuche heute habe ich im normalen Flug vor der Kante ein Winglet verloren. Jetzt werde ich mal leichtere Balsawinglets bauen oder vielleicht sogar solche die am Randbogen fest installiert sind und sich nicht mit dem Ruder mit bewegen.

Gruß,

Uwe.
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Re: MimaRES

Beitragvon UweH » Mi 9. Sep 2015, 23:44

East-Field hat geschrieben:Auch der Mimares sieht sehr interessant aus und wäre eine schöne Alternative für die windigeren Tage. Weißt du schon, ob und wann ein Bausatz verfügbar sein wird?

Gruß Martin


Hallo Martin,

mein jetziger Mimares ist keineswegs nur ein Modell für windigere Tage, auch wenn er bei gleicher Spannweite mit dem weniger als halb so schweren ARES bei der Thermikleistung nicht mit halten kann ist er eher ein thermiklastiger, aber trotzdem sehr wendiger Allrounder als ein Starkwindflieger.

Ich wusste seit der Lösung der Ursache der Kinderkrankheiten nicht wie ich den Flieger weiter entwickeln sollte, die Probleme kamen vor allem von zu kleinen Winglets und zu großen Höhenruderausschlägen an auftriebsschwachen Aueßnflügelprofilen. Deshalb hab ich mich zu dem Modell mit Fräsmeister Thomas Schikora beraten wie es weiter gehen soll. Wir wurden uns einig, dass eine Überarbeitung der 2 m Version auf D-Box keinen Sinn macht wenn das Modell nicht für RES geeignet ist, dafür ist es zu schwer von zu viel Flügelfläche und ist zu auftriebsschwach.
Wenn die Arbeit für das umkonstruieren auf D-Box schon notwendig ist um die Flügelstatik mit der Aerodynamik in Einklang zu bringen, dann sollten gut wirksame Wölbklappen das Einsatzspektrum erweitern. Die Streckung und Pfeilung der 2 m Version gibt aber keine brauchbare Wölbklappenwirkung her, deshalb muss der Entwurf höher gestreckt sein, mit 2,5 m Spannweite paßt es dann ganz gut.

Ich hatte in "Simulationsskizzen" schon probiert wo die Reise hin gehen könnte, die letzte, noch unfertige Variante mit 2,5 m Spannweite sieht so aus:

20150909 Mimares 2,5m TEST.jpg


Die Feinarbeit in der Simulation fehlt ebenso noch wie die ganze CAD-Arbeit, deshalb wird der "Mimares Evo Extend", also vielleicht der "Mevox" oder so.... :oops: .... ca. Frühjahr 2016 zu kaufen sein.

Gruß,

Uwe.
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Re: MimaRES

Beitragvon UweH » Do 13. Okt 2016, 23:44

Tja Leute, mit dem 2,5 m Mimares wird es wohl nix, obwohl die aerodynamische Auslegung ziemlich gut aussieht, denn mir fehlt die Zeit für die CAD-Konstruktion.
Dafür soll es nun der Dispar als 3 m Schalenflieger werden und für den brauch ich erflogene Daten vom 2 m Mimares.
Am Anfang der Flugerprobung des Mimares hatte ich immer wieder Probleme mit plötzlichen Abrissen und Taumelsturz beim Langsamflug in böigem Wetter. Größere Winglets haben das Problem beseitigt, aber beim schnelleren Fliegen und beim Flitschenstart gab es immer wieder Flattern.
Ein bleigefülltes Ausgleichshorn vor der Scharnierachse der Flaplets, also am Ruder montierte Winglets die beim steuern mit dem Ruder mit schwenken, hat die Flattergeschwindigkeit nach oben verschoben. Abstellen konnte ich das Flattern des Rohrholmflügels um ca. 100 km/h aber auch mit Massenausgleich nicht, also habe ich zuletzt leichtere Winglets ohne Massenausgleich geflogen, die waren auch beim Zusammenstoß mit einem anderen Modell dran, bei dem der Mimares den Einschlag in steinigem Gelände nicht überlebt hat.
Hier die Bilder der 4 getesteten Flapletvarianten.
Ganz links die ursprüngliche Größe mit den Abrißproblemen, dann das gleiche Flaplet mit provisorisch angeklebter Flächenvergrößerung, das mit der weißen Folie auf den Erleichterungsausschnitten hat den Massenausgleich und das rote ganz rechts war zuletzt drauf.

Klein_IMG_5137.jpg


Ich hab für den Dispar ein bisschen gemessen und gerechnet: die Größe des rechten Winglets ist 1,3 dm² und davon sind zwei am Flügel mit 46 dm² Flächeninhalt dran, also insgesamt 2,6 dm² Seitenfläche. Die Halbspannweite ist 10 dm und der Winglethebelarm vom Neutralpunkt des Flügels zum Neutralpunkt der Winglets ist 3,75 dm
Damit ergibt sich aus der Formel von hier ein Seitenstabilitätsfaktor von 47. Ungefähr diesen STF werde ich für die Winglets des Dispar auch anstreben.

Hier noch ein schönes Bild das Italouwe in Polsa von mir und dem Mimares mit der letzten Wingletversion gemacht hat:

_DSC0991 (1).JPG
_DSC0991 (1).JPG (107.51 KiB) 889-mal betrachtet


Gruß,

Uwe.
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