Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon Realyser » So 6. Nov 2016, 18:11

Hier mal ein kurzer Zusammenschnitt vom Kollegen von heute Morgen.
Wind war nicht sehr stark und auch sehr unbeständig. Daher hatte ich auch nur den Alula Trek ausgepackt und bin unbalastiert geflogen. Im Vergleich dazu mein Vereinskollege mit seinem leichten Bow. Da der Hang so klein ist, ist das Obenbleiben die Herausforderung. Daher keine Turnerei.

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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon UweH » So 6. Nov 2016, 19:17

Realyser hat geschrieben:Habt ihr Flugwetter?
Wir waren heute morgen mit Alula und Bow am Hang, aber immer wieder leichtes nieseln und die Finger frieren schon recht schnell ein.


Hi Marco, bei uns war es heute trocken mit Sonne-Wolken-Mix und der Wind war nur halb so stark wie vom Wetterbericht versprochen....drei Windstärken, also eine Morgens, eine Mittags und eine Abends :D ....aber es hat gereicht um nicht abzusaufen und zwischendurch wurds im DS auch mal schnell.
Am Hang war ziemlich viel los, ich stand zeitweise in einer Schaumwolke wie beim Kamikaze-Pokal :shock:

Interessantes Video, das sieht beim Bow irgendwie mehr nach fliegen aus als bei der Alula, das Seitenleitwerk gleicher Grundform scheint auch beim Bow gut zu funktionieren :thumbup:

Gruß,

Uwe.
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon UweH » Fr 11. Nov 2016, 00:56

Flugfertig 381 Gramm, Flächenbelastung 31 g/dm².......Erstflug könnte Freitag klappen, ich bin gespannt ;-)

Gruß,

Uwe.
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon Peter Wick » Fr 11. Nov 2016, 11:23

Hallo zusammen

richtig schön wie der Bow geht. Gratuliere. Meine Spliff Formen sind nun fertig gewachst und deshalb wollte ich fragen welche Stabilitätsmasse Ihr nun am BOW fliegt. Sind die unterschiedlich für DS und Hang?

vh Peter
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon Peter Wick » Fr 11. Nov 2016, 11:57

Ich meinte also die Stabilitätsmasse des Seitenleitwerks......
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon UweH » Fr 11. Nov 2016, 20:07

Hallo Peter, ich habe Seitenleitwerksgröße und Hebelarm auf Stabilitätsfaktor 35 bemessen und heute das erste mal geflogen :)
Die Bedingungen waren zunächst schwach und teilweise verwirbelter Seitenwind, dabei pendelte der Bow in den Turbulenzen deutlich.
Nach Wechsel der Startstelle für bessere Windrichtung blieb der Flieger dann permanent oben und das Pendeln war weg, auch ein bisschen Soft-DS konnte ich fliegen und das Leitwerk erschien mir dabei für alle heutigen Bedingungen passend bemessen.

Gruß,

Uwe.


Der Flieger passt locker auf die Hutanblage meines VW POLO :thumbup:
Klein_IMG_3800.jpg


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Klein_IMG_3708.jpg


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Klein_IMG_3740.jpg
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon UweH » Sa 12. Nov 2016, 20:41

Hallöle, nachdem Gestern ja schon der Erstflug war möchte ich den Ausbau-Bilderbericht noch abschließen und ein kleines Video vom Erstflugtag ergänzen.

Die Servoschächte und den Akkuschacht habe ich mit einem scharfen Cutter ausgeschnitten, die Kanten der Deckel mit dünnem Sekundenkleber getränkt und so verschliffen dass sie wieder gut in die Löcher passen.
Klein_IMG_5174.jpg



Für die KST DS245S-Servos habe ich Sperrholz-Rahmen selbst gesägt, am Platz gehalten werden sie von GFK-Abfallstück-Streifen aus Servoschacht-Deckelmaterial eines anderen Fliegers.

Klein_IMG_5173.jpg

Klein_IMG_5182.jpg


Für das Gestänge muss der Holmsteg durchbrochen werden, bei so einem kleinen Flieger dürfte der Steg allerdings das einzige Holmbauteil sein :roll:
Klein_IMG_5181.jpg


Die Servos habe ich auf der Seite die beim einkleben mit Harz in Berührung kommt mit Grundierwachs behandelt und die Rahmen anschließend zusammen mit einer Lage Kohlegewebe aus Reststücken eingeklebt:
Klein_IMG_5186.jpg

Klein_IMG_5183.jpg



Als Akku verwende ich 4 x 800er Eneloop als 2x2er Stange, der passt gerade so rein. Um den Schachtdeckel klein zu halten ist zwischen den beiden 2er Teilstangen des Akkus keine Inline-Verlötung, sondern die Kontakte sind verkabelt und die beiden Teilstangen mit einem Stückchen Flechtkordel als Zugentlastung der Kabel verbunden, die Kordel ist auf dem Bild noch nicht drauf.
Somit kann man den Akku beim einschieben abknicken und das Loch kann klein bleiben.
Wie man an den vielen angezeichneten Akkuschachtkonturen sieht hab ich ein paar Versuch gebraucht um mich für eine Deckelgröße zu entscheiden.
Klein_IMG_5184.jpg

Klein_IMG_5178.jpg



Die Gestänge bestehen wie bei Marco aus Metall-Gabelkopf mit eingeklebtem Gestänge auf der Servoseite und den kleinen MP-Jet Gabelköpfen mit Löthülse auf der Ruderseite, dazwischen ist eine 2 mm Kohlestange.
Die Metallgabelköpfe werden für den Abtrieb des Servos ausgeschliffen, wie ich es hier weiter vorne schon mal gezeigt habe. Damit lassen sich sehr kurze Servohebel verwenden, aber ganz unter Putz hat dann doch nicht geklappt, die Oberkante des Servohebels ist ziemlich genau auf der Außenkontur des Flügels, also im Deckelmaterial.
Klein_IMG_5187.jpg

Klein_IMG_5194.jpg

Klein_IMG_5200.jpg


Als Auflage für die Deckel werden schmale dünne Sperrholzstreifen unter die Schachtränder geklebt und der Deckel nachher mit Tesa fixiert.
Klein_IMG_5192.jpg

Klein_IMG_5195.jpg


Der Akkudeckel ist asymmetrisch ausgeschnitten und der Akku liegt auch asymmetrisch im Flieger, auf der anderen Seite ist zum Ausgleicht der Empfänger eingeschoben und mit Klettband gegen verrutschen gesichert. Da der 800er Eneloop gerade so in den Flügel passt braucht man nur ein Stückchen Schaumstoff um ihn durch klemmen gegen den Holmstg zu sichern.
Entlang der Flügelnase sind etwa 65 g Walzbleistreifen mit Tesaumwicklung als Trimmblei eingeklebt, ich hoffe ich muss die nicht mehr raus nehmen, dazu kommen noch mal 2 kleine Bleistücke mit zusammen 8 g die nur geklettet sind und deshalb fürs Trimmen leicht zu wechseln, sie sind nicht auf den Bildern.
Zum schalten ist ein Zepsus Magnetschalder mit Servotape an den Empfänger gekoppelt, der Akkuschachtdeckel wird im Moment noch mit Tesa gesichert weil mir noch nichts besseres dafür eingefallen ist.
Klein_IMG_5197.jpg

Klein_IMG_5198.jpg


Gestern zum Erstflug sah der 381-Gramm-Nuri dann so aus:
Klein_IMG_3665.jpg




Die Simulationswerte für Höhenruder-Grundanstellung und Schwerpunkt aus dem FLZ_Vortex mit X-Foil-Momenten haben diesmal auf den Punkt gepaßt.
Ich kann den Bow fliegerisch nur mit dem Minirock vergleichen weil ich sonst noch nichts in ähnlicher geringer Größe geflogen habe.
Der Minirock ist bei der Grundgeschwindigkeit etwas schneller und im Handling beim Überziehen deutlich gutmütiger.
Das Abrißverhalten des Bow würde ich ähnlich wie bei einem aktuellen F3B-Modell beschreiben.
Der Bow gleitet für seine geringe Größe hervorragend, liegt gut am Ruder und man hat das Gefühl er fliegt umso stabiler, je schneller man fliegt.
Der Kreisflug in der Thermik ist enger und stabiler als beim Minirock, die Wende kommt knackiger mit weniger Gefahr des Abstellens.
Insgesamt ist der Bow wegen der schlechteren Gutmütigkeit und geringeren Größe etwas anspruchsvoller zu fliegen als der Minirock, macht aber wegen der guten Ruderfolgsamkeit und Flugleistung für ein 90 cm-Modell mit der außergewöhnlichen Optik einen riesen Spaß :)

Marco, danke noch mal dass Du mir den "überzähligen" Flieger überlassen hast, das Design ist für den Erstversuch aus dem Threadtitel sehr gut gelungen, ein super Minimodell :thumbup:

Hier ein Video vom Erstflugtag Gestern bei 1-2 Bft, an dem Main-Ostang ist DS langsam und die Büsche an der Hangkante machten bei dem schwachen Tragen Flitschenstart notwendig, aber die unkomplizierten 3,5 m doppelter RES-Gummi bringen den Bow locker auf gute Sicherheitshöhe.

https://vimeo.com/191268449



Gruß,

Uwe.
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon Realyser » Sa 12. Nov 2016, 23:08

Hallo Uwe,
freut mich, das er auch bei dir am Hang so super fliegt! :thumbup:
Danke für die vielen Infos und Fotos von deinem Bau.
Wenn ich mir das Video so anschaue, brauche ich wohl einen größeren Hang, oder ich muss doch öfters mal zum Bellenberg :D
Der Vergleich mit dem Minirock hört sich doch ganz gut an für unser erstes Modell.

Wir haben schon mal mit dem Gedanken gespielt, den Bow etwas zu vergrößern, so auf 1,2m.
Ist sowas überhaupt sinnvoll oder lohnt das nicht, da die Auslegung dann nicht mehr passt und zuviel Leistung verloren geht?

Gruß
Marco
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon UweH » Sa 12. Nov 2016, 23:47

Realyser hat geschrieben:Wir haben schon mal mit dem Gedanken gespielt, den Bow etwas zu vergrößern, so auf 1,2m.
Ist sowas überhaupt sinnvoll oder lohnt das nicht, da die Auslegung dann nicht mehr passt und zuviel Leistung verloren geht?


Hallo Marco, mit der Vergrößerung eines Fliegers nimmt die Flugleistung bei gleichen Randbedingungen, z.B. Flächenbelastung, immer zu.

Den Bow könnt ihr ohne Änderung auf 1,2 m vergrößern und er wird wegen mehr Platz im Flügel leichter auszubauen sein und besser fliegen als der Kleine, dann wird mit zunehmender Randbogentiefe auch die Gutmütigkeit etwas besser.

Wenn man dann weiter vergrößert und dabei einfach linear skaliert ändert sich außer der Flugleistung aber noch mehr.
Der Flieger erscheint bei der Grundgeschwindigkeit langsamer weil die Geschwindigkeit sich weniger ändert als die zunehmende Größe.
Mit zunehmender Größe wird die Statik immer wichtiger und man braucht Holmgurte und einen aufwändigeren Belegungsaufbau.
Damit wird die Flächenbelastung höher und darauf sollte man dann auch aerodynamisch reagieren.

Das eröffnet aber auch mehr Chancen, denn die optische Verlangsamung kann man mit höherem Gewicht (Flächenbelastung) kompensieren, damit das auch in der Langsamflugeignung funktioniert erhöht man die Streckung um den induzierten Widerstand im Zaum zu halten.
Die höhere Flächenbelastung und damit Grundgeschwindigkeit vergrößert die Re-Zahl, dadurch funktionieren die Profile besser.
Die Flugleistung nimmt dadurch mehr zu als bei einfacher linearer Skalierung.
Die Vergrößerung schafft mehr Einbauraum im Flügel, das eröffnet die Chance die Profile dünner und damit schneller zu machen usw. usw.
.....also bis zu einem bestimmten Faktor macht die lineare Vergrößerung Sinn, darüber hinaus kann man mit einer aerodynamischen Designanpassung noch mehr Leistung raus holen als mit der puren Skalierung.

Beim Bow würde ich mal tippen dass sich eine Überarbeitung des aerodynamischen Designs ab 1,5 m Spannweite lohnt, bzw. zwischen 1,2 und 1,5 m würde ich schon die Streckung bei gleicher Grundform erhöhen, aber die selben Profile verwenden wie beim Kleinen.

Gruß,

Uwe.
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Re: Erstversuch Nurflügelauslegung: Mini-Hangnuri Bow

Beitragvon Realyser » So 13. Nov 2016, 00:25

UweH hat geschrieben:Hallo Marco, mit der Vergrößerung eines Fliegers nimmt die Flugleistung bei gleichen Randbedingungen, z.B. Flächenbelastung, immer zu.

Den Bow könnt ihr ohne Änderung auf 1,2 m vergrößern und er wird wegen mehr Platz im Flügel leichter auszubauen sein und besser fliegen als der Kleine, dann wird mit zunehmender Randbogentiefe auch die Gutmütigkeit etwas besser.

Wenn man dann weiter vergrößert und dabei einfach linear skaliert ändert sich außer der Flugleistung aber noch mehr.
Der Flieger erscheint bei der Grundgeschwindigkeit langsamer weil die Geschwindigkeit sich weniger ändert als die zunehmende Größe.
Mit zunehmender Größe wird die Statik immer wichtiger und man braucht Holmgurte und einen aufwändigeren Belegungsaufbau.
Damit wird die Flächenbelastung höher und darauf sollte man dann auch aerodynamisch reagieren.

Das eröffnet aber auch mehr Chancen, denn die optische Verlangsamung kann man mit höherem Gewicht (Flächenbelastung) kompensieren, damit das auch in der Langsamflugeignung funktioniert erhöht man die Streckung um den induzierten Widerstand im Zaum zu halten.
Die höhere Flächenbelastung und damit Grundgeschwindigkeit vergrößert die Re-Zahl, dadurch funktionieren die Profile besser.
Die Flugleistung nimmt dadurch mehr zu als bei einfacher linearer Skalierung.
Die Vergrößerung schafft mehr Einbauraum im Flügel, das eröffnet die Chance die Profile dünner und damit schneller zu machen usw. usw.
.....also bis zu einem bestimmten Faktor macht die lineare Vergrößerung Sinn, darüber hinaus kann man mit einer aerodynamischen Designanpassung noch mehr Leistung raus holen als mit der puren Skalierung.

Beim Bow würde ich mal tippen dass sich eine Überarbeitung des aerodynamischen Designs ab 1,5 m Spannweite lohnt, bzw. zwischen 1,2 und 1,5 m würde ich schon die Streckung bei gleicher Grundform erhöhen, aber die selben Profile verwenden wie beim Kleinen.

Gruß,

Uwe.


Danke dir für die schnelle und ausführliche Antwort :thumbup: :thumbup: :thumbup:
Nur nochmal zum Verständniss: Ich lasse die Profiltiefen und Dicken so wie sie jetzt sind, und skaliere den Grundriss in Richtung des Pfeilungswinkel?

Info zum Bild:
Dunkelgrau: der Orginale Bow,
Weiss transparent: nur in X skaliert,
Rot: entlang der Pfeilung von 10° skaliert

Damit sollte Rot die passende Version sein, oder habe ich da noch einen Denkfehler?
Bow 1.2_v1_klein.jpg
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Gruß
Marco
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