Ho IV / Ho VI

Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon UweH » So 20. Feb 2011, 23:13

christianka6cr hat geschrieben:Yeah! Geiles Teil! Streckung ist doch durch nichts als noch mehr Streckung zu ersetzen... :mrgreen: 8-)



Ach ja, das wäre meine größte Herausforderung zu dem Thema:
Ho VI.jpg
Quelle: www.Nurflugel.com


Horten VI
Streckung 32,4
Spannweite Original: 24,2 m (in Holz!)
Außentiefe Original 200 mm, das macht im Modell bei 1:4 = 6,05 m Spannweite: 50 mm Randbogentiefe :shock:
Baujahr: 1944

Die größte Herausforderung für die Alltagstauglichkeit dieser hochgestreckten Pfeilflügel ist, dass die unvermeidliche Flügelbiegung zu einer Flügeltorsion führt. Das wäre als ob mit jedem Flügelschwinger der SB10 die EWD gegen die gewünschte Flugbewegung verändert wird und das kann man nur bis zum flattern aussteuern. Ich hab zwar Ideen für die Lösung dieses Problems und eine diagonale Kohlelage unter der Beplankung gehört nicht dazu, aber es wird wohl noch Jahre dauern, falls ich sowas überhaupt jemals als Modell umsetze :oops:

Gruß,

Uwe.
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Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon christianka6cr » So 20. Feb 2011, 23:33

:shock: So ein hochgestreckter Flügel in Holz ist mal so richtig krass! Habe ich noch nie gesehen. Die Kiste müsste ja eine Durchbiegung wie die ETA gehabt haben. Das Originalflugzeug lebt aber wohl nichtmehr nehme ich an!? Da ist eine ASH-25 ja ein Witz dagegen...

Gruß Christian
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Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon Speedchris » Mo 21. Feb 2011, 00:04

Der ist ja geil, mit den Langohren bekommt man mich immer :mrgreen:
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Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon UweH » Mo 21. Feb 2011, 10:00

christianka6cr hat geschrieben:Das Originalflugzeug lebt aber wohl nichtmehr nehme ich an!? Da ist eine ASH-25 ja ein Witz dagegen...


Moin, das Originalflugzeug existiert noch, wird aber nicht mehr geflogen. Es hängt nach Restaurierung die in Berlin gemacht wurde im NASM in den USA und
hier gibts ein sehr schönes Foto vom Mittelteil und hier vom gesamten Flieger

stefan 94 hat geschrieben:Ihr habt ja wirklich immer schön Wetter. Ich wohne am falschem Ort...


Naja, bedeckt und -3° bei schneidend kaltem Ostwind ist nicht gerade das was ich als schönes Wetter bezeichnen würde :roll: ...fliegen gehn wir halt auch wenn das Wetter nicht so schön ist, machmal sogar im Regen :wink:
MiniP1060807_1280x960.jpg


Gruß,

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Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon McLaut » Mo 21. Feb 2011, 10:28

Im NASM war ich schon!!!
Ist zwar schon eine Weile her.......1992....... aber sehr beeindruckend war das.
Pech war damals, dass ich meinen Photo im Auto vergessen hatte, und als ich das bemerkt hatte, war es schon zu spät. :cry:
Gruß
Ich flieg Mode 4....aber erinnert mich bitte dran.
Schütts mir übern Kopp...Isch kann net mehr...;-)
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Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon christianka6cr » Mo 21. Feb 2011, 16:11

Moin Uwe

UweH hat geschrieben:das Originalflugzeug existiert noch, wird aber nicht mehr geflogen.


Sehr schöne Seiten.
Das sind ja irre Proportionen der äusseren Ruder und beim Gesamtgewicht hätte ich höchstens die Hälfte geschätzt, niemals über 400kg in Holz!!! Ist das Ding aus dem Vollen geschnitzt??? :shock: Falls sich da mal was beim Nachbau tun sollte so in einer Größenordnung ~1:3 (kleiner dürfte kaum realisierbar sein mit Scale-Randbogen imho) bin ich bautechnisch (in Styro-CFK denke ich ist in dem Fall das Material der Wahl) gerne hilfreich dabei (Kerne schneiden, Testmodell schnellstmöglich in die Luft bekommen...) Bei hochgestrecktem Gerät spiel ich immer gerne mit sofern möglich und nur bitte nicht mehr diese Bausaison, die nächste nicht gleich... :wink:

Wenn man den Rumpf genau ansieht, ist das ja eigentlich eine Horten mit SR :mrgreen:

Gruß Christian
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Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon UweH » Mo 21. Feb 2011, 17:04

christianka6cr hat geschrieben:Wenn man den Rumpf genau ansieht, ist das ja eigentlich eine Horten mit SR :mrgreen:


Hi Christian, fast alle Horten haben ein verstecktes Seitenleitwerk :oops: , aber ein Seitenruder hatten nur die Typen Ho II und Ho III a + b, denn bei denen war hinten in dem Seitenleitwerkskasten ein lenkbares Rad dass sich incl. seiner Verkleidung gedreht hat, hier kann man das etwa ab Mitte des Films ein bisschen sehen :D Das vordere Rad ist einziehbar, aber nicht angelenkt.
Diese Konstruktion hat sich nicht bewährt.

Gewicht: Die Original-VI durfte sich wegen der damit verbundenen geometrisch induzierten Torsion nicht so stark durchbiegen wie das bei heutigen Langohren üblich ist, deshalb waren die lamellierten Holzholme innen mit Alu-Zwischenschichten verleimt und weil Holz nicht so steif wie heutige Kohle ist muß das über einen fetten, schweren Gurtquerschnitt erreicht werden. Das macht die Kisten so schwer.
Für einen Nachbau geht schon 1:4, denn 50 mm Randbogentiefe ist mit den heutigen SAL-Profilen aerodynamisch beherrschbar. Ruderanlenkung über Bowdenzüge und präzise gefräste GFK-Umlenkhebel.
Styro-Furnierbauweise würde ich aber aus verschiedenen Gründen nicht machen.
Die mir bekannten bisherigen Versuche waren alle in Styro-Furnier und alle nicht alltagstauglich: schlecht steuerbar und trotz reichlich diagonaler Kohle im Flügel flattergefährdet :x

Als Versuchsmodell könnte ich mir eine Ho IV in 1:6 mit Streckung 21,8 vorstellen, die hat 3,3 m Spannweite und auch 50 mm Randbogentiefe. Eine Auslegung dafür ist bei mir fast fertig und sieht bis jetzt recht gut aus......vielleicht ist das was für den nächsten Winter. Aber erstmal sehen was das Flatterbroblem bei meiner Ho XIV mit Streckung 16 macht.......
Hier mal ein altes Bild der IV:
original1RSO.jpg
Quelle: www.das-nurfluegelteam.de
original1RSO.jpg (20.14 KiB) 1692-mal betrachtet


Gruß,

Uwe.

P.S. Alfons Gabsch hat die Form der VI als "Spaßmodell" mit der hohen Streckung in 1:10 gebaut: 20 mm Randbogentiefe :shock: :shock:
Das Modell fliegt ähnlich wie die kleinen Nachbauten der Superorchideen mit Leitwerk sehr schnell, flattert gerne und ist ein schlechter Segler, zumindest Grundspeed und Segelleistung sehen bei meiner kleinen IV in der Simulation ganz anders aus :wink:
Ho VI Gabsch 1-10 StephanB.jpg
Ho VI Gabsch 1-10 StephanB.jpg (138.73 KiB) 1692-mal betrachtet

Ho VI Gabsch 1-10.jpg
Ho VI Gabsch 1-10.jpg (7.68 KiB) 1692-mal betrachtet
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Re: Heute am Hang (Habt ihr heute Wind gehabt)

Beitragvon christianka6cr » Mo 21. Feb 2011, 17:27

Moin Uwe

UweH hat geschrieben:Für einen Nachbau geht schon 1:4, denn 50 mm Randbogentiefe ist mit den heutigen SAL-Profilen aerodynamisch beherrschbar. Ruderanlenkung über Bowdenzüge und präzise gefräste GFK-Umlenkhebel.
Styro-Furnierbauweise würde ich aber aus verschiedenen Gründen nicht machen.
Die mir bekannten bisherigen Versuche waren alle in Styro-Furnier und alle nicht alltagstauglich: schlecht steuerbar und trotz reichlich diagonaler Kohle im Flügel flattergefährdet :x


Ist aber ein so schmaler Randbogen nicht automatisch auch wieder anfälliger für Flattern auch weil man ihn garnicht so torsionssteif bauen kann?

Ok, meine Erfahrung mit Horten und gottseidank auch so richtig zerstörerischem Flattern ist ganz einfach "null", aber liegt das Flattern meist nicht eher an labberigen Rudern? Gerade mit einer Umlenkung wäre es ja fast unmöglich da was spielfreies mit überschaubarem Aufwand auf die Beine zu stellen!? Über eine anständige D-Box in Verbindung mit CFK wäre es ja ohne viel Gewicht möglich eine sehr verdrehsteife Fläche zu bauen. Das dies mit Rippen wirklich besser gehen soll kann ich mir irgendwie (noch) nicht vorstellen. :oops: ...oder geht es da eher um die "ein Hauch von Grenzschichtzaun"-ähnliche Wirkung der Rippen?

UweH hat geschrieben:Als Versuchsmodell könnte ich mir eine Ho IV in 1:6 mit Streckung 21,8 vorstellen, die hat 3,3 m Spannweite und auch 50 mm Randbogentiefe. Eine Auslegung dafür ist bei mir fast fertig und sieht bis jetzt recht gut aus...


Wäre das wirklich etwas ableitbares? Die Horten VI mit ihrer Streckung von 32,4 wäre doch eigentlich eine andere Welt, oder?

Bei der Gabsch-VI bekommt man ja schon Angst beim Anschauen...

Gruß Christian
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Re: Ho IV / Ho VI

Beitragvon McLaut » Mo 21. Feb 2011, 17:50

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Re: Ho IV / Ho VI

Beitragvon UweH » Mo 21. Feb 2011, 18:22

Hallo Michel, danke für das Video, das ist die Horten IV mit Kennung N79283 die dann Orange-Blau lackiert wurde:
Horton-Glider-Ho-IV-on-ground.jpeg
Quelle Fiddlerscreen.net
Horton-Glider-Ho-IV-on-ground.jpeg (40.06 KiB) 1677-mal betrachtet


Danke für das neue Thema und verschieben der Beiträge Christian, ich hoffe es geht hier mit der Zeit kreativ weiter auch wenn die Nuris nicht jedermanns Thema sind.

Der schmale Randbogen an sich ist nicht flattergefährdet, im Gegenteil. Die Hortenleute haben hohe Zuspitzungen mit dem schmalen Randbogen gewählt um innen großes Querschnittsvolumen für hohe Trägheitsmomente und außen sehr geringe Auftriebsbelastung mit wenig Holmerfordernis bauen zu können.

Die Rippenbauweise hat den Vorteil dass man die Außenflügel leichter bauen kann als in Styro-Furnier, denn man kann dort mehr Luft einbauen. Weniger als das Styro mit Kleber und das Furnier drauf geht halt nur wenn man die offene Felder fürs bespannen ausfräst, aber dann kann ich gleich in Rippe bauen.
Leichte Außenflügel haben wenig Massenträgheit und ergeben auch ohne Leitwerke gute Agilität.

GFK-Umlenkhebel mit guten Bowdenzügen haben Null Spiel und können große Kräfte übertragen. Bei RCN kannst Du bei der Parabola XXL gerade sehen wie solche Dinger aussehen. Früher gabs von Multiplex gleitgelagerte Umlenkhebel aus Kunststoff und Messing, die hatten auch absolut Null Spiel.

Die Leute die Hortenflügel mit viel diagonalem CFK-Gewebe gegen Torsion bauen zäumen das Pferd von hinten auf. Die Torsion entsteht zum großen Teil geometrisch induziert durch die Flügelbiegung und die muß man begrenzen. Das geht gut und leicht mit UHM-Kohleholmen und wegen der geringen Auftriebsbelastung der Außenflügel braucht man nicht mal viel davon: Steifigkeit ist wichtig, Festigkeit kaum notwendig. Leichte und steife Holme in Verbindung mit einer normalen Sperrholz-D-Box erschlagen einen großen Teil der Profil- und Schränkungsmomente bereits und das gesparte Gewicht erhöht die Eigenfrequenz und wirkt dem Flächen- und Ruderflattern entgegen.
Ich möchte in Zukunft zusätzlich versuchen gezielt einfache und leichte Verstärkungen so einbzubauen, dass eine Biegung des Flügels einen Selbstlenkungsprozess ergibt und das Flattern dämpft statt es anzuregen. Wie solche Selbstlenkungseffekte bei einem ganz anderen Fluggerät aussehen kann man höchst eindrücklich bei diesem Mini-Colibri sehen. Der hat trotz extremem Flügelflattern keine Probleme damit, im Gegenteil :mrgreen:

Gruß,

Uwe.
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