Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon Joeschi » Mi 8. Jun 2016, 22:47

Hier also die ersten Bilder. Die Blöcke sind zurechtgeschnitten und gestern habe ich auch noch die Schneideschablonen gezeichnet und gefräst. Das Material besteht aus 3mm dickem Melaminharz, das normalerweise in Elektroschränken Verwendung findet. Vorher habe ich noch Schnittversuche mit dem heissen Draht gemacht, um die richtige Temperatur und den Abbrand zu ermitteln. Dieser ist etwa 0.5mm bei 0.5mm Drahtstärke.

Ich hoffe, dass ich am Wochenende dazu komme , die Flächen zu schneiden. Werde dann berichten.
Angedacht ist es, die Kerne mit 1mm Abachi zu beplanken, darunter ein 80g Glasgewebe. Die Holme werden aus Kohleschlauch sowie auch die Ruderverkastungen. Flächenverbinder wäre ein 12mm Kohlestab. Wäre dieser dick genug bei 2.50m Spannweite?

Um ehrlich zu sein ist dies mein erster Flügel in Styro-Abachi Bauweise. Ich habe mir aber vorher die anderen Bauberichte angesehen und auch die Anleitungen auf der R&G-Seite mal angeschaut. Irgendwie wird es schon klappen. :)

Gruss Roger
Dateianhänge
image.jpeg
image.jpeg
Joeschi
 
Beiträge: 9
Alter: 42
Registriert: 23.03.2014

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon UweH » Mi 8. Jun 2016, 23:46

Hallo Roger,

die Schneidschablonen sehen schon mal sehr gut aus, etwas anders als gewohnt, aber die Abweichungen zum Standard sind überlegt, besonders bei der Nase :thumbup:

Wenn es das Budget her gibt rate ich Die die Unterlegung mit 80er Glasgewebe durch 80er Biax Kohlegelege zu ersetzen und als Verbinder für die 2,5 m-Version einen mindestens 14 mm hohen Kohle- Vierkant einzusetzen, Beispiele wie man den mit Baumarkt-Material für die Verbinderform selbst herstellen kann gibt es hier im Forum einige.
Bei einem Pfeil ist die Steifigkeit der Materialien wichtiger als deren Festigkeit, denn Biegung induziert Torsion und die führt zu Flattern. Biegung und Torsion kann man auch mit dicken Materialstärken von weicheren Materialien bekämpfen, z.B. viel Glasfaser, aber das ist relativ schwer und verstärkt mit diesem Eigengewicht die Ursachen der Verformung mehr als es sie durch die höhere Festigkeit bekämpft. Man erreicht durch mehr Glaszulagen das Gegenteil von dem was man durch die Materialmehrstärke eigentlich haben will.

Beim Holmsteg ist dann wieder das Gegenteil der Fall, hier ist Glasschlauch besser. Michael Wohlfahrt und das Logo-Team haben systematische Untersuchungen zu Holmausführungen gemacht. Dabei haben sie im Versuch gezeigt, dass ein sehr steifer Holm z.B. aus Kohleschlauch zu Abscherungen der Verklebung Holmsteg zu Holmgurt neigt, weil die Gurtverklebung selbst bei hochfesten Klebeharzen beim Bau aus Formen nicht ausreicht um die wegen der Steifigkeit des Stegs entstehenden Scherspannungsspitzen aufzunehmen.
Besser ist hier ein Downgrading bei der Stegbeschichtung zu Glas, dann passen die Bewegungen bei der Beanspruchung besser zu den speziellen Materialeigenschaften.
Ergo: steifer Verbinder in geometrisch maximaler Größe, steife Holmgurte aus Kohle und ein billiger Holmsteg aus Glasschlauch mit einer nicht allzu dicken Kohle-Biax-Gelege-Torsionslage in der D-Box bringen gute Flatterfestigkeit bei moderatem Gewicht. Bruchlast ist beim Pfeil nur dann ein Festigkeitskriterium wenn in der Mitte des Flugzeugs große Massen aus z.B. Akkus oder Ballast oder Trimmblei oder Windenseilzug konzenztriert sind, ansonsten ist das Problem beim Bruch meist Resonazschwingung weil Biege- und Torsionsfestigeit nicht mit Gewicht und Massenverteilung des Nurflügels zusammen passen.

Gruß,

Uwe.
Ein Flügel genügt

Das Ranis-Tutorial für Hortenmodelle: >> Hier klicken <<

......Hangflug ist das ohne Motor
Benutzeravatar
UweH
 
Beiträge: 4842
Alter: 51
Registriert: 15.01.2011
Wohnort: Bayerischer Zentral-Spessart

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon Joeschi » Fr 10. Jun 2016, 20:56

Hallo Uwe

Danke für deine Ausführungen. Das ganze Glas- und Kohlezeugs muss ich mir erst noch besorgen. Die grösste Sorge macht mir im Moment noch der Verbinder. Diesen selber zu laminieren scheint mir im Moment etwas aufwändig, Ich habe mich daher heute im Laden meines Händlers ein bisschen umgesehen und habe noch folgendes gesehen:

-Kohlerundstäbe 10, 12, 14, 16mm, jedoch ab 14mm sehr teuer
-Kohlerohre 16mm mit 2 mm Wandstärke. günstig
-Glasfaserstäbe in 12, 14, 16 und 18mm, sehr preiswert.

Oder 10 mm Kohlerundstab, dafür 2- oder 3-Fach mit einigen Zentimetern Abstand dazwischen?
Der Rumpf wird etwa 600-700g schwer (250g Motor mit Propeller, 250g Akku und Regler und 100g Rumpf)

Zu den Schablonen:
Also die spezielle Form der Schneidschablone hat vor allem zwei Gründe: Erstens bekomme ich auch bei durchhängendem Schneidedraht noch eine gerade Nasenleiste und zweitens habe ich dadurch keine engen Radien, wo der Draht ins Stocken kommen könnte.
Schneiden werde ich dann alleine mit einer speziellen Seilumlenkrollentechnik. Ich kann ja dann wieder ein Bild einstellen.

Gruss Roger
Joeschi
 
Beiträge: 9
Alter: 42
Registriert: 23.03.2014

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon Koarl » Fr 10. Jun 2016, 23:24

Deine Überlegungen zu den Schneidschablonen sind wirklich gut!

Zwecks Verbinderbau: das ist nicht so wild wie du denkst.
Und die Ruderverkastung könntest du so wie Christian machen. Die mit Abstand beste Methode die ich kenne!
Benutzeravatar
Koarl
 
Beiträge: 1152
Registriert: 21.09.2011

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon Joeschi » Sa 11. Jun 2016, 19:39

Verbinder herstellen:
Meint ihr in der Art etwa? http://www.thermik-board.de/viewtopic.php?f=22&t=748
Joeschi
 
Beiträge: 9
Alter: 42
Registriert: 23.03.2014

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon Koarl » Sa 11. Jun 2016, 22:01

Ich hab's so gemacht wie Christian:
viewtopic.php?t=439

Kurzbeschreibung wie ich vorgegangen bin:
Holzbrett etwas länger als der Verbinder zuschneiden
Holzkeile mit der gewünschten V-Form mit Tischkreissäge oder händisch herstellen
Aluprofil, unbedingt ein dickwandiges nehmen, in der Mitte Schlitzen, der Boden bleibt
Profil auf das Brett schrauben und eine Seite mit den Keilen unterlegen, die Schrauben müssen natürlich versenkt sein
Die Verbinderhöhe wird mit eingelegten Acrylplatten eingestellt
Rovings rein, Acrylplatte drauflegen und mit zwei Brettern pressen. Fertig!
Benutzeravatar
Koarl
 
Beiträge: 1152
Registriert: 21.09.2011

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon Joeschi » So 12. Jun 2016, 21:15

Heute dank Regenwetter viel Zeit gehabt. Flächenkerne geschnitten. Nun muss ich mir noch überlegen welche Materialien ich für die Harzpanscherei brauche und mir die Sachen bestellen.

Gruss Roger
Dateianhänge
image.jpeg
image.jpeg
Joeschi
 
Beiträge: 9
Alter: 42
Registriert: 23.03.2014

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon jonasm » So 12. Jun 2016, 21:33

Das sieht aber abenteuerlich aus! Das Prinzip der Schwerkraftschneide kennst Du aber, oder? Warum schneidest Du von der Endleiste ausgehend?
jonasm
 
Beiträge: 151
Alter: 29
Registriert: 28.06.2014
Wohnort: Bruchsal

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon Joeschi » So 12. Jun 2016, 21:48

Von der Schwerkraftmethode bin ich nicht so überzogen, da dann der Drahtnachlauf in der Mitte des Bogens zu gross ist. Beim horizontalen Hebelarm wie ich es mache kann ich die Geschwindigkeit selber bestimmen. Der Draht brennt sich dann seinen Weg frei ohne das Styro zu berühren, jedenfalls theoretisch.

Dass ich nicht an der Nase beginne zu schneiden, dafür habe ich ehrlich gesagt keinen Grund. Habs einfach so gemacht.

Gruss Roger
Joeschi
 
Beiträge: 9
Alter: 42
Registriert: 23.03.2014

Re: Marumba - schneller 2 m Hangflugpfeil

Beitragvon jonasm » So 12. Jun 2016, 23:18

Beim Schwerkraftschneiden kannst du doch genauso die Geschwindigkeit einstellen, einfach mehr oder weniger Gewicht dranhängen. Wir schneiden Styrodur sehr kalt, den Draht kann man kurz anfassen, ohne sich zu verbrennen, dann schmilzt er sich extrem langsam durchs Material und erzeugt einen sehr schmalen, genauen Schnitt. Eine Flächentiefe von 200mm dauert so ca. 3min. Während der Zeit nur danebenstehen und warten, keine Gefahr von Wellen oder hängenbleibendem Draht.

Wenn Du von der Endleiste aus schneidest, dann hätte ich Bedenken, dass der Draht im Nasenbereich nicht mehr der Schablone folgen kann, sondern gerade abhaut.
jonasm
 
Beiträge: 151
Alter: 29
Registriert: 28.06.2014
Wohnort: Bruchsal

VorherigeNächste

Zurück zu Nurflügel

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Bing [Bot] und 2 Gäste