Horten XIV Maßstab 1:4

Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon UweH » So 4. Sep 2016, 20:28

Hallo Leute, leider hat bei der Reaktivierung der Horten XIV im letzten Jahr die alte Kufe wieder für Probleme gesorgt, das Kufenbein ist bei einer Schiebelandung zum x-ten Mal gebrochen und zu allem Überl ist auch noch ein Störklappenservo abgeraucht.
Seit dem hing der Flieger unter der Decke, aber vor ein paar Tagen hab ich mich dazu durchgerungen die Defekte zu reparieren und den Cockpitausbau weiter zu machen.
Das mehrfach geklebte Alurohr-Titan-Kohle-Kufenbein wurde durch ein Edelstahlrohr ersetzt und die GFK-Anlenkung der Einziehmechanik durch einen Alu-Doppelhebel getauscht, der mit Seku-getränkten Kevlarrovings an die eine Schwingenseite gebunden ist.
Hier mal ein paar Fotos vom aktuellen Zwischenstand, ein paar Details und die neue Haube fehlen noch, aber seit vorhin läuft auch die defekte Störklappe wieder:

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Gruß,

Uwe.
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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon Koarl » So 4. Sep 2016, 21:31

Der Pilot hat ganz schöne Wurschtfinger!
Spaß beiseite, sieht sensationell aus!
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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon UweH » Do 22. Sep 2016, 10:47

Koarl hat geschrieben:Der Pilot hat ganz schöne Wurschtfinger!


Aha, deshalb schiebt die Kiste in den Kurven so, der hat kein Gefühl beim steuern :shock: :D

Hier noch ein paar Bilder von dem fliegerisch wenig ergiebigen Ausflug auf die Bichlalm in Großarl letzte Woche und von gestern am Osthang hier im Spessart mit einem längeren Thermikflug und ein paar vorsichtigen Versuchen die Flattergrenze zu erfliegen. Es hat nichts geflattert, somit waren meine Umbauten und Verbesserungen der zu dünnen Flügelsteckung und des ursprünglich holmlosen Mittelteils erfolgreich :)

Gruß,

Uwe.

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Klein_IMG_1447.jpg


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https://vimeo.com/183741409



Gruß,

Uwe
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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon christianka6cr » Do 22. Sep 2016, 12:35

Moin Uwe

Sehr cool! Freut mich, daß die Gute nun wie erhofft marschiert 8-) :thumbup:

Gruß Christian
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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon Koarl » Do 22. Sep 2016, 22:24

Übrigens:
Wenn du nächstes mal nach Großarl fährst, dann sag Bescheid! Bist ja sicher in Salzburg durchgekommen.
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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon UweH » Sa 8. Okt 2016, 14:31

Koarl hat geschrieben:Wenn du nächstes mal nach Großarl fährst, dann sag Bescheid! Bist ja sicher in Salzburg durchgekommen.


Hi Carlos, jepp bin über Salzburg gefahren, das nächste Mal sag ich Bescheid, voraussichtlich Juni 2017 ;-)

Dieses Video meiner Horten XIV vom vergangenen Dienstag und ein paar Erklärungen und Details gehören zum Flugzeug hier rein, damit es wieder gefunden werden kann.
Es waren die schnellsten Flüge mit dem Modell bisher, aber trotzdem blieb das Flattern vom Anfang der Flugerprobung gänzlich aus, die Modifikationen gegenüber der Ur-Konstruktion aus dem früheren IG-Horten-Forum haben sich gelohnt, ich bin froh meiner Intuition und meinem Verständnis der Ursachen für das flattern gefolgt zu sein um es ohne relevantes Mehrgewicht abzustellen.

https://vimeo.com/185722820




Die Schwestermodelle flatterten schon beim flitschen für den Start vor dem E-Motorflug, der Start im Video ist da eine ganz andere Hausnummer.
Bei Positivbelastung war mein Exemplar zwar von Anfang an robuster als die anderen XIV, aber sie flatterte beim Schnellflug schon sehr früh und das ist jetzt auch Geschichte.

Der Flieger hatte zwar schon von Anfang an Kohleholme, die waren aber nicht fester bemessen als die Holzholme der Urkonstruktion, sie sind nur etwas steifer.

Schon zu Anfang des Baus habe ich zusätzliche Holmgurte in die Unterseite des Mittelstücks eingebaut damit die Steckung nicht über die Breite von 21 cm alle Biegekräfte alleine aufnehmen muss. Diese Gurte laufen entlang der Steckung auch im Flügel weiter bis zum Holm und sind in dessen Gurte sorgfältig durch Überplattung eingeklebt.

Diagonalstreben in den Rippenfeldern des Flügels und eine an das Original angelehnte Fachwerkkonstruktion im Mittelstück, aber aus 3 mm Kohlestäben statt Stahlrohr, sorgen für höhere Torsionsfestigkeit des ganzen Flugzeugs.

Die ursprüngliche Glassteckung habe ich durch ein Stahlrohr ersetzt, in das im Mittelbereich über die Trennstellen hinweg ein Kohlestab eingeharzt wurde.
Damit wird der zu geringe Steckungsdurchmesser schon mal teilweise ausgeglichen.

Die letzte Änderung verbindet den Untergurt des Flügels mit dem Zusatzgurt im Mittelteil. Eine Lasche aus Kevlar- und Basaltlaminat ist im Mittelteil fest mit dem Holmgurt verklebt und wird über eine Paßschraube mit dem Steckungs-Untergurt und dem Holmuntergurt des Flügels schubfest verschraubt. Diese Bauteile übernehmen auch die Flügelbefestigung. Damit ändert sich das statische Gesamtsystem an der Flügeltrennstelle und aus dem zu dünnen 16er Steckungsstab wird der Obergurt eines viel höheren Holmsytems, aus der Lasche wird eine Untergurtbrücke des Holms. Unten ein paar Bilder davon.

Gruß,

Uwe.

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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon matzito » Di 11. Okt 2016, 05:37

Wow das rockt, jetzt will ich auch eine grosse Horten :D ein tolles Modell hast Du da, echt klasse. Noch ganz viele schoene Fluege damit :thumbup:
lg Matze
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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon Frank T. » Di 11. Okt 2016, 08:52

Hallo Uwe,

Ich bin immer skeptisch was Nurflügel und speziell Horten-Auslegungen betrifft. Aber das Video belehrt mich eines Besseren.

Tolle Konstruktion und Umsetzung. Ich mag schnelle und dynamische Semi-Scale Modelle. An der Horten hätte ich auch Spaß.

Daumen hoch...
Frank
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Re: Horten XIV Maßstab 1:4

Beitragvon UweH » Di 11. Okt 2016, 20:16

Frank T. hat geschrieben:Ich bin immer skeptisch was Nurflügel und speziell Horten-Auslegungen betrifft. Aber das Video belehrt mich eines Besseren.

Tolle Konstruktion und Umsetzung. Ich mag schnelle und dynamische Semi-Scale Modelle. An der Horten hätte ich auch Spaß.

Daumen hoch...


Hallo Frank und Matze, meine Horten XIV hatte ihren Erstflug jetzt schon vor fünfeinhalb Jahren und abgesehen von einem langen Flug an "historischer Stelle" auf der Wasserkuppe Ostern 2011 waren das die ersten längeren Flüge im dynamischem Hangaufwind mit diesem Modell.
Im Vergleich zu einem guten Wingletpfeil wie meine SB13-Auslegung ist die Leistung so einer Rippenhorten bescheiden und mit einem modernen 2 - 2,5 m Nurflügel zu vergleichen, jedoch mit dem viel trägeren Handling eines relativ instabilen 5 kg / 4 m -Seglers. Nur wenn es von unten richtig drückt, der Pilot über viel Horten-Flugerfahrung verfügt (bei mir sicher über 2000 Flugstunden mit verschiedenen Hortenmodellen) und keine Angst hat wenn die Diva ihr ausgeprägtes Eigenleben entfaltet kann man so ein Modell in Szene setzen wie in dem Video.
Mir hat es viel Spaß gemacht das Modell endlich mal so zu fliegen wie es im ehemaligen Forum der IG-Horten verpönt war weil es angeblich nicht vorbildgetreu ist und nicht zu den Horten-Fliegern passte, aber in Wirklichkeit nur weil es dort niemand konnte.....ich damals ja auch nicht.
Dabei wurde z.B. die Original-Horten II von Kurt Hieckmann im Kunstflug bis 450 km/h geflogen, allerdings verlor er bei einem Kunstflugtraining 1939 zuerst bei hoher Fahrt die Haube und dann als Folge davon sein Leben :(
Betreibt man Hortenflugzeuge vorbildgetreu, dann sind es keine langsamen Thermiksegler die gemütlich durch den Kreis schleichen, sondern ähnlich wie Bretter fliegen Horten wegen ihrem prinzipbedingt geringen Maximalauftrieb für die beste Leistung eher schnell im Bereich des besten Gleitens und auch der Kreisflug ist eng und ähnlich schnell wie bei Brettern. Es ist eine sehr eigene Flugzeugklasse mit Vor- und Nachteilen und die meisten Designer für Horten-Flugmodelle legen die Modelle falsch aus weil sie ihrer Vorstellung folgen wie so ein Modell fliegen müsste, nicht wie es die Aerodynamik eigentlich vorgibt.
Daraus folgt meist auch eine falsche Bemessung und Konstruktion der Flugzeugstatik und schon werden die Hortenmodelle ihrem schlechten Ruf als leistungsschwache und flatterempfindlche Exoten gerecht.
Zum Glück ist meine Horten XIV nach über 6 Jahren Arbeit an grundlegenden Konstruktionsdetails anders und fliegt so wie es mir am meisten Spaß macht, wozu eine neue Startstelle nach Rodung einer Hecke an einem schon länger bekannten Hang auch einen erheblichen Anteil hat, denn damit wird eine 300 m lange Landewiese erschlossen die sicheres Fliegen für die großen Vögel über 4 m erst ermöglicht.

Gruß,

Uwe.
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