Thermikfliegen lernen mit Airfish/Laserfish

Re: Thermikfliegen lernen mit Airfish/Laserfish

Beitragvon Koarl » Fr 10. Mär 2017, 13:43

Martin82 hat geschrieben:Liebe Leute,

danke für die vielen Tipps und die aufmunternden Worte!

Das "Thermikbuch für Modellflieger" hab ich schon mehrfach gelesen. Daraus hab ich überhaupt die Idee es mit einer Jedelsky-Fläche zu versuchen. ("Nicht zu unterschätzen sind Jedelskyflächen" findet sich an mindestens 2 Stellen.)

Das Youtubevideo kannte ich leider auch schon. Dennoch Danke!

Bzgl. des RES-Modells mit Hochstart: Da ich "wild" fliege und öfter mal zwischendurch auf nicht allzu großen Wiesen (rund um Wien ist VIEL Wald), ist mir schon der E-Motor lieber. Obgleich ich viel Sympathie für motorlose Flieger habe. Schließlich hab ich selber ein paar kleine Schleuderdinger. Von da her kenn ich auch das Fluggefühl. Aber ich will jetzt hier - Gott bewahre! - keine Diskussion über E-Motoren in Seglern lostreten. Sowas nimmt selten ein gutes Ende ;)

Eine Frage vor allem an alle, die mir "was mit Querrudern" empfohlen haben: Habt ihr das getan, weil man damit in böigem Wetter besser zurecht kommt (ist das so?), oder aus anderen Gründen? Aus welchen?
Daran anschließend: Ich stelle es mir schwierig vor mit Querrudern zu fliegen, wenn das Modell hoch über mir kreist. Da ist es doch besonders schwer, die Querneigung zu erkennen. Wie sind da eure Erfahrungen, Methoden?

Ich werde jedenfalls (von euch bestärkt) so vorgehen:
-Diesen Sommer versuchen so oft und so lang wie möglich in die Luft zu kommen.
-Den Motor nur als elektrifizierten Hochstart verwenden.
-Mal mit Vario fliegen, mal ohne.
-Wetter und Natur nach bestem Wissen beobachten.
-Die gemachten Erfahrungen reflektieren und setzen lassen, und dann hoffentlich besser wissen, was ich mir nächsten Winter bauen mag. :)
-Mich über Ergänzungen/Anregungen/Kommentare von euch zu diesem Plan freuen.


Klingt nach einem guten Plan!

Ich habe fast ausschließlich Modelle mit Querruder, fliege aber trotzdem gern mit meinem Airfish.
Mit Querrudern hat man einfach mehr Wendigkeit und kann enger Kreisen. Das will aber auch gelernt sein. Wenn du den Laserfish im Griff hast, dann ist das aber kein Problem mehr. Und mit einem wendigeren Modell kann man auch bei mehr Wind fliegen. Die Lageerkennung hat man dann meist schon im Gefühl.

Zum Just Friendly: den bin ich auch schon bei böigem Wetter geflogen, solange das Modell nicht rückwärts fliegt, ist alles gut.
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Re: Thermikfliegen lernen mit Airfish/Laserfish

Beitragvon mario » Fr 10. Mär 2017, 17:41

Hallo Martin,

ja, mit Querruder hat man mehr Wendigkeit und kann auch Böen etwas besser aussteuern.
Ein Querruder Thermiksegler wird immer auch noch ein Seitenruder haben. Es spricht überhaupt nichts dagegen, beim Kurbel viel mit Seite zu fliegen. Im Gegenteil, das ist sogar sehr gut und man fliegt einen guten Stil ohne in der Kurve zu schieben. Wenn du fliegen kannst ist der "Aufstieg" auf eine weitere Steuerfunktion halb so wild. Einfach machen... :-) Und du weiß ja, Fliegen lernt man durch fliegen.

Es gibt auch E-RES Modelle mit einem Elektromotor anstatt Hochstarthaken. RES fliegen heißt nicht automatisch Gummiseilstart.

Grüße
Mario
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Re: Thermikfliegen lernen mit Airfish/Laserfish

Beitragvon Balthasar » So 12. Mär 2017, 08:50

oder aus anderen Gründen? Aus welchen?
Daran anschließend: Ich stelle es mir schwierig vor mit Querrudern zu fliegen, wenn das Modell hoch über mir kreist. Da ist es doch besonders schwer, die Querneigung zu erkennen. Wie sind da eure Erfahrungen, Methoden?


Für mich kommt derzeit nur Querruder in Frage. Ich empfinde es nicht als schwieriger. Zumindest nicht aus den von Dir genannten Befürchtungen. Ausserdem musst Du sie ja nicht benutzen. Sie geben Dir dagagen auch die Chance ein klein bißchen herumzuturnen und die Fliegerei etwas spaßiger zu gestalten.

Ich denke all' Deine Befürchtungen sind nicht so sehr relevant. Meiner Meinung nach kommen die Unterschiede erst zum tragen, wenn Du schon halbwegs Übung hast und Du Deiner Thermikfliegerei den letzten Schliff verpassen willst. Als Anfänger (und das ist man sicher eine ganze Weile in der Thermik) wirst Du Deinen Auftrieb mit einem Ruderschlag weit mehr gefährden als es Profile, Gewicht und Anzahl der Klappen/Ruder gutmachen können.
Just my 2 Cents
:-)
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Re: Thermikfliegen lernen mit Airfish/Laserfish

Beitragvon Martin82 » Mo 3. Jul 2017, 09:19

Liebe Menschen!

Wollte euch mal ein update geben - einfach so, und weil ich für eure Unterstützung dankbar bin:

Mittlerweile hab ich so manche Flugstunde mit dem Laserfish absolviert, und der Sommer ist ja noch jung. Der Schwerpunkt ist ein Stückchen nach hinten gewandert, und ein leichterer 2S Akku angeschafft. Die Unterseite der Flächen hab ich für die Sichtbarkeit schwarz lackiert.

Auch dank des V-speak Varios konnte ich ihn mittlerweile schon mehrere Male bis an die Sichtgrenze kurbeln. Es ist immer wieder ein euphorisierendes Gefühl, wenn der Flieger wie von Zauberhand immer kleiner und kleiner wird. Besondere Freude hatte ich an den Flügen, an denen ich schon vor dem Start vermutete: "Dort drüben steht ein Bart, da gehts rauf!", und sich das dann auch bestätigt hat. Das hat mich schon auch ein bisschen stolz gemacht, bei aller Bescheidenheit.

Was bislang nicht so klappte ist das Ausnützen kleinerer Ablösungen in niedrigeren Flughöhen. Wenn es rauf ging waren das immer dicke, kräftige Bärte, die, wenn sie mal ausgepowert waren, auch nicht mehr wieder kamen. Häufiger hatte ich aber leichte Lupfer, mit dem Gefühl: da geht was, man müsste halt exakter fliegen können - und das Modell sank langsam, aber es sank. Habt ihr für solche Situationen Tipps für mich? Enger kreisen?- ergibt zuviel Sinkgeschwindigkeit. Weiter kreisen?- dann bleib ich zu kurz im Aufwind. Weniger steuern? Woanders suchen? Landen und nochmal hinfliegen, ob es ev. stärker wird? Wie machen das die RES-Profis, auch ohne Hammerthermik 6 min oben zu bleiben? Das fasziniert mich immer wieder, das würde ich gerne auch lernen!

Was mich auch noch immer beschäftigt, ist die Frage nach dem nächsten Bauprojekt. Auf der shortlist stehen drei:

- X-RES elektro https://zeller-modellbau.com/x-res-elektro-kit-2000-mm.html: ein toller Flieger, aber ist er nicht dem Laserfish ein bisschen zu ähnlich? Ist der Mehrwert groß genug?
- Introduction F5J: Passt auch gut, Sorgen machen mir Windanfälligkeit und mechanische Fragilität (v.a. Seitenruder)
- Just Friendly (2.0, elektro): mein heimlicher Favorit, auch weil er bau- und flugtechnisch die größte Herausforderung darstellt. Aber ich mach mir Gedanken, dass: die Grundgeschwindigkeit mit der relativ hohen Flächenbelastung für kleinere Ablösungen etwas zu hoch ist; das Ding zu viel Platz zum Anschweben und Landen braucht für meine Wildfliegerei; ich meine Baugenauigkeit überschätze wenn ich meine Spoiler und Querruder jeweils an einen Kanal hängen zu können (Funke hat nur 6 Kanäle).

Gedanken auch dazu most welcome!

Jedenfalls bin ich angefixt, ich habe das Gefühl die Begeisterung fürs Thermikfliegen wird mich so schnell nicht mehr los lassen!
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Re: Thermikfliegen lernen mit Airfish/Laserfish

Beitragvon Koarl » Mo 3. Jul 2017, 13:18

Ich kann dir den Just Friendly nur empfehlen! Ich hab die Seglerversion mit Bremsklappen, schön zu bauen und fliegt fantastisch. Die Sorgen wegen der Flächenbelastung sind unbegründet.

Kleine Bärte ausnützen ist in erster Linie Übungssache. Ein gewisses Mindestmaß an Thermik muss trotzdem vorhanden sein. Wie du schon sagst, beim engen Kreisen kann man auch viel verlieren. Wenn der Bart also nur sehr dünn ist und noch dazu schwach trägt, wird's schwierig. Mein Tipp: konzentrier dich aufs wesentliche, fliegen. Der Rest kommt von selber. Grundsätzlich ist die Aufgabe den Flieger so gut wie möglich im Steigen zu zentrieren und dabei keine Höhe zu verschenken. Auch solltest du im Hinterkopf behalten dass du, wenn der Flieger mit dem Wind kommt, nicht ziehen darfst. Den Flieger also laufenlassen.
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