Wie sterben Regler?

Wie sterben Regler?

Beitragvon Balthasar » So 6. Aug 2017, 08:29

Ei jo, ...
Ich habe kürzlich die erste Erdung durch Reglertod erleben müssen. Mitten im Flug (Warbird Schaumwaffel) gab es ein leises, aber häßliches Geräusch und kurz nach dem Motorstillstand ging es dann auch schon steuerlos abwärts.

Das ein Regler aufgibt und mal kaputtgeht ist verständlich. Allerdings hatte ich als Fehlerquelle #1 den Laststromkreis für den Motor sehen. So hegte ich lange Zeit den Glauben bzw. die Hoffnung, dass ein Regler meistens genau dort kaputt geht, aber das BEC noch am Leben und damit die Kiste zumindest noch steuerbar bleibt. Klar, natürlich kann ein Regler auch derart defekt sein, dass einfach alles stirbt und weder Motor noch BEC funktioniert. Das bringt mich zu dieser Frage ...

Habt Ihr es schon einmal erlebt, dass der Antrieb ausfällt aber BEC weiter läuft? Oder ereilt der Reglertod meistens beides, Antrieb als auch BEC?

Bitte beachtet, dass es mir hier nicht um geeignete Schutzmassnahmen und Sicherheitsvorkehrungen geht. Die kenne ich alle. Auch möchte ich keine Grundlagendiskussion über die generelle Qualität von Fahrtreglern entfachen.
Mich würde einfach nur statistisch interessieren, ob das BEC praktisch immer mit dem Regler stirbt oder es tatsächlich nennenswert häufig der Fall ist, dass das BEC überlebt.
Auf jeden Fall schonmal vielen Dank fürs lesen!
Der Thomas
:-)
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon Kuni » So 6. Aug 2017, 08:48

Hallo Thomas,

also, wenn bei mir Regler gestorben sind, dann komplett mit BEC. Oft beim Anstecken: ein Knall, etwas Rauch, Ruhe, nix geht mehr. Einmal in nem Impeller mitten im Flug, und da ist komischerweise NUR das BEC ausgefallen: das Modell ging mit Vollgas im Bahnneigungsflug in die (hartgefrorene) Erde. Der Regler war "heil" geblieben, so dass sich der BEC-Tod nachvollziehen ließ: mit einem Empfängerakku ließ er sich immer noch steuern. Wanderte natürlich in die Tonne...

Gruß,
Rene
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon TilmanBaumann » So 6. Aug 2017, 10:31

Ich hatte schon mal einen Regler der unabhängig von der BEC futsch ging. Aber das war kein Totalausfall, der wurde einfach unzuverlässig. Sicher nicht der normale Fehlerfall.
Das Problem ist das MOSFET im Fehlerfall gerne im Kurzschluss sterben. Das erzeugt Hitze und viel Strom.
Vermutlich stirbt die BEC gar nicht wirklich, aber wenn parallel zur BEC auf dem selben Board ein Kurzschluss ist, hilft das wenig.

Ich habe schon genug Storys gehört.

Vor Reglerausfällen habe ich schiss. Und BEC mit ihrem Overcurrent-verhalten machen mir auch Schiss. Aber was kann man machen?
BEC und Regler trennen. Grosse BEC nehmen. Jedes Servo und den Regler einzeln mit Polyfuse absichern. Stromweiche mit Pufferbatterie...
Das mag in richtig großen Modellen praktikabel sein. In die meisten Rümpfe bekäme man das gar nicht rein.
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon Koarl » So 6. Aug 2017, 12:59

Ich hab mal gehört, dass halbgas viel belastender ist für einen Regler. Wenn nun ein Regler, wie bei E-Seglern üblich, für Steigflug und anschließendes Segeln dimensioniert ist, also knapp über der Leistungsgrenze, dann kann man den mit langen Halbgasphasen über den Jordan schicken.
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon Balthasar » Mo 7. Aug 2017, 13:36

Ei jo, ...
ich hatte zwar gehofft eine etwas representativere Anzahl an Rückmeldung zu bekommen, aber es ist wohl trotzdem ein eindeutiger Trend zu sehen - es ist nicht damit zu rechnen, dass das BEC weiter macht, wenn der Antriebstrang aufgegeben hat.

Damit lässt sich das Risiko noch etwas besser bewerten und die Preisschwelle des Modells für eine zweite Versorgung oder zumindest eine Trennung von Regler und BEC rückt noch etwas nach unten :D

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen!
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon Nobby_segelflieger » Mo 7. Aug 2017, 20:12

Ei Jo, Balthasar

Anhand der für dich ernüchternden Anzahl der representativen Antworten, möchte ich da nun auch meinen Senf dazu geben.

Ich fliege einige Elektrosegler, also Segler mit Heimkehrhilfe, genauer gesagt.

In den großen Seglern habe ich immer ein Reißleine eingebaut, sprich, entweder einen Backup Batterie, ein Extra BEC, oder aber auch eine Doppelstromversorgung.
Bis jetzt hat sich in den Vergangenen 10 Jahren erst 1 Regler in die ewigen Jagtgründe begeben, zum Glück noch vor dem Flug.

Leider kann ich da nicht mehr berichten............ aus der Erfahrung........... :roll: :roll: :roll: :roll: :roll: :D :D :D
Sehr Hanglastige Grüße aus dem Südschwarzwald/Baden
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon Bernhard » Sa 12. Aug 2017, 20:54

Hallo,

erstmal, mir sind Regler selten gestorben im Vergleich zu den Jahren im Betrieb.
Auch die Anmerkung, Halbgas ist mehr Stress für die Regler ist richtig.
Der Grund ist, das die FET's wesentlich häufiger ein- / ausgeschaltet werden und dieser Vorgang nicht in Zeit "0" geschieht. In der Zeit die der FET braucht um umzuschalten wird verlustleistung im Bauteil erzeugt (Wärme).
Dies ist der Grund warum bei Halbgas die Wahrscheinlichkeit des Versagens größer ist.
Eine Möglichkeit dieses Risiko u minimieren ist Taktfrequenz runter.

Vielleicht hatte ich Glück aber meine Regler sind bisher immer ohne versagen BEC gestorben.
in der Regel lag dies an einer knappen Auslegung (max. Motorstrom nahe max. Reglerstrom)
Da ich 3-4 Zellen LIPOS nutze habe ich bezüglich Spannungsfestigkeit Regler und Ausfälle bezüglich Spannungsauslastung keine Erfahrung.

Zum Ausfall BEC, bei kleinen Reglern mit linearem BEC hatte ich schon mal einen Ausfall.
Kleine Regler mit linearem BEC zeigten bei mir schonmal kurzfristiges Aussetzen (vermutlich thermal Shutdown des linear Reglers)
Bei Reglern mit SBEC (5A) hatte ich selbst bei 6 Servos ( 2 analog, 4 digital) keine Auffälligkeiten.

Gruß Bernhard
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon McLaut » Mi 16. Aug 2017, 07:53

Gut...dann sag ich auch was dazu. ;-)

Ich hab jetzt bereits drei Regler komplett kaputt bekommen. Der Thermale Shutdown war auch schonmal dabei. Sicher erinnert sich Christian an den Erstflug der Astir CS am Otzberg. Da kam nix mehr und wir mussten zügig landen... :oops:

Zweimal hab ich jetzt schon einen Turnigy 80A Regler kaputt bekommen. Leider kann nicht nachvollzogen werden warum. Ich bin derzeit auch nicht mehr viel am fliegen, daher sind die Modelle auch gut verstaut und ein neuerlicher Versuch mit demselben Regler bleibt aus. DIe LS3 sollte neulich wieder Fit gemacht werden und der Regler gab keinen Mucks mehr von sich. Werde da wohl mal irgendwann rein schauen und riechen, was da kaputt ist...

Derweil LG
Michel
Ich flieg Mode 4....aber erinnert mich bitte dran.
Schütts mir übern Kopp...Isch kann net mehr...;-)
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Re: Wie sterben Regler?

Beitragvon steve » Sa 30. Dez 2017, 11:46

Hallo,
mir ist schon eine größere Anzahl von Stellern gestorben.

Meist funzen sie direkt nach dem Anstecken nicht mehr. Im Flug passiert eigentlich nicht so viel. Wenn sie zu warm werden, fliegt meist die Programmierung raus und die Bremse funzt nicht mehr. Passiert z.B. ganz leicht mal, wenn der Unterspannungsschutz so eingestellt ist, dass dann runter reguliert wird. Einige gehen auch in einen Sicherungsmode und man kann erst wieder Gas geben, wenn sie kühler sind. Hier und da geht auch mal einer etwas spektakulärer bei ersten Gasgeben in Rauch auf. Ziemlich sicher führen mechanische Störungen am Motor zu Reglerproblemen. Bodenkontakt des Props beim Anrollen scheinen die nicht zu mögen.

Mit BEC habe ich leider nicht so gute Erfahrungen und setze wann immer es geht, einen seperaten RC-Akku ein. BEC ist schön bequem, man braucht nur einen Stecker einstöpseln aber soviel Zeit muss sein.

In den kleinen Schaumwaffeln geht es leider oft nicht anders - allerdings: Es gibt im Drohnenbereich viele sehr preiswerte Steller ohne BEC. Die haben bisher immer gehalten. Leider haben die meist keine Bremse, kommen deshalb in die kleinen Warbirds hinein.

Ein wenig sollte auch unterschieden werden, ob der Steller am AL oder Innenläufer eingesetzt wird. Hochpolige Al´s können auch deutlich überdimensionierte Steller zerstören, wenn die Drehzahl zu hoch wird. Innenläufer verwöhnen da ihre Steller regelrecht. Die Motore selbst sind nur selber meist thermisch nicht so belastbar.

Von Zeit zu Zeit sollten auch die Konis erneuter werden. Bei hochwertigen Stellern und wenn sie etwas "herangenommen" werden, gehört dieser Bereich nach Hören-Sagen zu einem echten Verschleißteil. Ich selbst konnte hier allerdings noch nichts feststellen - dafür fehlt mir irgendwie der Sinn. Denke aber mal, dass es dafür eine einfache Prüfungsmethode geben sollte - sieht man mal von offensichtlich geplatzten Konis ab. Das defekte Konis dann aber zu Problemen im Steller führen sollte einleuchten.

VG
Stefan
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