F3K Nurflügel

Re: F3K Nurflügel

Beitragvon UweH » Mo 10. Okt 2016, 16:57

RainerK hat geschrieben:Diese Diskission macht wenig Sinn, hatte eigentlich gehofft ein wenig Inhaltliches zur Aerodynamik dieser Modelle zu hören.


Hallo Rainer, zur Aerodynamik welcher Modelle, zum K-Wing? Den hast Du doch im Vertrieb und solltest ihn deshalb am besten kennen.....oder willst Du hier eine Neu- oder Weiterentwicklung betreiben oder anregen?
Dann solltest Du vielleicht nach dem Fragen was Du willst, nicht danach was wir von dem halten was Du schon hast, oder habe ich da was überlesen? :roll:

Wie oben zu sehen mach ich das mit der Entwicklung manchmal etwas unkonventionell, wenn ich einen SAL-Nurflügel möchte schneide ich einem SAL-Leitwerker das Höhenleitwerk ab, ich glaube aber nicht dass das auch Dein bevorzugter Weg wäre? :P

Gruß,

Uwe.

P.S.: ich habe zwar gesehen dass der K-Wing ein Pfeil ist, aber ich denke seine Querachse wird vor allem über die Profile und die Ruderform stabilisiert, weniger oder gar nicht über die Schränkung, deshalb schreibe ich die ganze Zeit vergleichend von einem SAL-Brett und nicht von einem Wingletpfeil.
Ein Flügel genügt

Das Ranis-Tutorial für Hortenmodelle: >> Hier klicken <<

......Hangflug ist das ohne Motor
Benutzeravatar
UweH
 
Beiträge: 4876
Alter: 51
Registriert: 15.01.2011
Wohnort: Bayerischer Zentral-Spessart

Re: F3K Nurflügel

Beitragvon x33 » Do 27. Apr 2017, 01:19

Hallo an Alle hier!

Bin neu auf Thermik-Board...lese aber schon seit längerer Zeit immer mal wieder "quer" mit.

Angemeldet habe ich mich jetzt hauptsächlich wegen des "K-Wings".

Aus Neugier und "mal was Anderes haben wollen" habe ich mir den K-Wing gekauft.

Da bisher so wenig über dieses Modell berichtet wird, kommen hier meine persönlichen Erfahrungen mit dem K-Wing:

-----------------
Zusammenbau
-----------------
Die Teile kamen gut verpackt (mit Styro-Ober- und Unterschale der Kerne)...die Oberfläche ist für ne leichte Positiv-Bauweise so weit OK.
Die Konstruktion ist auf Leichtbau ausgelegt...mit leichtem, grobporigen Styro und einer dünnen Glashaut.
In der Profilnase ist ein Kohleroving eingelegt und macht diese härter (Distelschneider :)) - ein zusätzlicher Kohlestreifen befindet sich auch in der sehr dünn ausgeformten Endfahne.

Was mir allerdings (negativ) auffiel ist, dass kein "richtiger" Holm eingebaut ist...es liegen oben und unten nur zwei Kohlestreifen unter der Glasbeschichtung. Das gibt in Verbindung mit dem sehr grobporigen Styrokern zwar eine gewisse Versteifung, aber sicherlich keinen besonders knickfesten oder gar torisionssteifen "echten" Holm mit Steg.

Ebenso grenzwertig ist die Befestigung der Winglets - die Endrippen mit den Röhrchen für die Steckung bestehen aus dünnen Balsa...die Winglets haben aber einen recht großen Hebelarm...............!!!!

Ich war also von Anfang an etwas skeptisch, ob diese Bauart einen festeren Wurf verkraften kann - doch dazu etwas später ;) :D

Der Zusammenbau ist generell einfach - Verstärkungsmaterial für die Flügelmitte liegt bei.
Da ich den Flieger ohne Rumpf bauen wollte, gestaltete sich der Einbau der Rc-Komponenten etwas trickreich. Der Empfängerakku besteht aus zwei 700ter LiFe-Zellen, die rechts und links (möglichst weit vorne) in die Flügelwurzel eingeschäumt sind ("Gorilla Glue" sei Dank)
I kann nur hoffen, dass der Akku lange lebt, sonst muss ich diesen Bereich regelrecht ausfräsen.

Für die Querruder werkeln zwei Dymond D60 in den Flächen, auch diese sind direkt eingeschäumt - viel Platz ist auf Grund des dünnen Profils nicht...ich hätte lieber die kleineren D47 genommen...konnte aber nicht abschätzen, ob diese kräftig genug sind...die Ruder sind ja nicht gerade klein.

Da ich (wie schon erwähnt) dem Betrieb als DLG nicht so richtig getraut haben, harzte ich Bereich der "Holme" eine M4-Gewindebuchse ein, um dort später einen Haken für den Gummiseilstart befestigen zu können.

---------------------
Fliegen
---------------------
Das Austesten des richtigen Schwerpunktes (die Angaben stimmen ziemlich genau) wurde zuerst mal mit normalen Gleitflügen vorgenommen...dabei zeigten sich erstaunlich gute Gleitflugeigenschafte, die knapp über dem Boden immer besser wurden (ist halt ein Nuri ;))
Zum Testen der DLG-Tauglichkeit habe ich mir zwei Kollegen dazu geholt, die in erster Linie auf Flattern und die Winglets auchten sollten...dabei zeigte sich, dass die Winlets schon bei seeehhhrrr leichten und weichen Würfen ziemliche "Auslenkungen" vollführten...auf Grund dieser Flatterei (nur der Winlets) waren die erzielten Höhen deutlich geringer als bei meinem ELF...selbst der Schaum-DLG "Libelle" steigt dabei höher.
Der Kommentar der Kollegen dazu: "wenn du mal fester wirfst, dann bricht das äußere Winglet ab..."
Diese Forderung konnte ich recht bald erfüllen...bei ersten festen Drehwurf klappte das Winglet einfach zur Seite weg...die dabei entstandene Figur hätte beim Eislaufen wahrscheinlich Höchstpunkte erhalten...allerdings konnte ich den Flieger noch gut und weich landen...außer der fast rausgerissenen Endrippen gab es keine Beschädigungen.

Als nächsten Schritt entfernte ich beide Winglets und stellte den Schwerpunkt neu ein.
Beim "Schubsen" aus der Hand zeigte sich, dass die Aussage des Herstellers "fliegt auch ohne Winglets" stimmt...größere, weiche Kurven waren auch so möglich...Abkippen oder andere Unarten konnte ich nicht feststellen. So richtig half mir aber diese Festellung auch nicht weiter, da im Grenzbereichen (enge Kurven, Schiebewind usw) die Version ohne Winglets bestimmt ganz schnell (und schlagartig?) an ihre Grenzen kommen würde.......

----------------------
Modifikation
----------------------
Da hatte ich nun einen kleinen, handlichen Nuri mit recht guten Flugeigenschaften, der allerdings als DLG "eher weniger" geeignet ist...was also machen mit dem Ding????

Zum Glück hatte ich sowas schon geahnt und daher die Gewindebuchse für einen Starthaken eingebaut...jetzt mussten noch die Winglets dran glauben.
Ich war mir sicher, dass der Flieger auch mit deutlich kleineren Winglets sicher zu fliegen sei, deshalb habe ich den unteren Teil der Flossen abgeschnitten und den Rest wie normale Winglets
am Flügel mit Bauharz befestigt...dabei auch die Endrippe etwas verstärkt und besser mit Kern und Beplankung verklebt. (die Flosse beginnt jetzt etwas hinter dem Holm)
Das Ganze sieht jetzt recht kompakt aus und sollte auch ne leichte Dreh/Schiebelandung überstehen, was bei den Original-Winglets (für DLG-Würfe) sicher nicht gegeben ist.

---------------------
Fliegen - die Zweite
---------------------
Der Unbau der Winglets bedeutet natürlich auch wieder ein erneutes Auswiegen des Schwerpunkts...danach ging es an die Flitsche.
Der Gummi ist der HLG-Gummi von EMC-Vega mit ca 10m Schnur - ausgezogen auf dreifache Gummi-Länge.
Der Nuri ist dabei absolut harmlos, setzt die Geschwindikeit gut in Höhe um.
Ich hatte erst etwas Bedenken wegen eventueller Flatterneigung, aber das ist war unbegründet, denn anscheinend belastet die Geschwindigkeit die Fläche und die Ruder nicht allzu sehr...bestimmt machen sich dabei auch die etwas kräftigeren Servos positiv bemerkbar.
Der Gleitwinkel ist richtig gut (bei optimiertem Schwerpunkt) - leichte Thermik wird durch "Wackeln" angezeigt - Rollen kommen etwas "latschig" - Rückenflug geht besser als gedacht.
Besonders interessant sind enge Kreise (in Landehöhe) mit mehr als 45 Grad Schräglage...dabei gibt es kein "Abrutschen" oder Schieben (natürlich ist bei sowas eine gewisse Geschwindigkeit notwendig)

Bei richtig gewähltem Schwerpunkt führt ein weiches Durchziehen des Höhensticks zu einem immer stärkeren Durchsacken...ohne dabei die Kontrolle über die Querruder zu verlieren.
Damit sind sogar Landungen "bei Fuß" möglich. Böen und Turbulenzen lassen sich selbst in Bodennähe noch gut aussteuern...der Flieger ist mit etwas Nuri-Erfahrung (oder Einweisung) wirklich als gutmütig zu bezeichnen
und dabei deutlich besser als viele der "Schaum-Nuris". (z.B. HK-Ridge-Ryder)
Das Flugverhalten (Gleiten und Mitnehmen kleiner Thermikblasen) nach dem Gummiseil-Start würde ich zwischen meinem ELF und dem Blaster 2 einordnen...was sicherlich nicht schlecht ist.
Ein wirklich objektiver Vergleich ist das natürlich nicht - dazu waren die Bedingungen auf unserem Platz heute zu ungleich und zerrissen.
Unsauberes Steuern mit zu großen Ausschlägen führt bei geringer Geschwindigkeit zu einem deutlichen Leistungsverlust...aber das ist ja fast bei allen Modellen der Fall.

--------------------------
Mein Fazit
--------------------------
Wenn man das Modell von Anfang an als "Flitschen-Nuri" baut, dann erhält man einen gut fliegenden Nuri in einer praktischen, handlichen Größe, in der es ja nicht gerade viel Auswahl gibt.
Schon bei leichter Thermik oder an einem kleinen Hang macht das Ding richtig Spass.

----> Vom Aufbau als SAL/DLG sollte man (meiner Meinung nach) die Finger lassen!!!!
In der Praxis wird sich das Modell ganz schnell selbst zerstören...sei es durch die beim Start flatternde Winglets...oder beim Landen durch Aufsetzen auf den Winglets.
An eine kräftige "Schiebe-Landung" will ich erst garnicht denken - dabei würde ganz bestimmt das Winglet mitsamt der Endrippe aus der Fläche gerissen.

Soviel ich weiß, hat UWE schon mehrmals über diese Problematik von Pfeil-Nuris für DLG/SAL geschrieben.

Also nochmals ---> als kleinerer Nuri für Hang und Flitsche wirklich mehr als OK und absolut empfehlenswert...aber als DLG noch nicht mal grenzwertig.
--------------------------------
Bilder vom Umbau der Winglets, das aktuelle Gewicht und die Auswertung des Höhenloggers bei Flitschenstart werde ich noch nachreichen.

Viele Grüsse
Joachim
--------------------------------
P.S. ich hoffe, dass ich mit meinem Post den Erbauer nicht zu sehr enttäuscht habe...habe versucht, so fair wie möglich zu berichten.
Als Vergleichsflieger kann ich aufbieten:
DLGs ---> ELF, ALULA, LIBELLE, BLASTER2, BLASTER3
zum Flitschen ---> Weasel, Freebaze, HK-RidgeRider, Brett mit PW106 ua
--------------------------------
P.S -Nr2 ---> Hallo UweH, gibt es den ARES noch als Bausatz? Scheint ausgestorben zu sein!
x33
 
Beiträge: 16
Registriert: 25.04.2017

Re: F3K Nurflügel

Beitragvon x33 » Do 27. Apr 2017, 21:20

Hier sind die Bilder zum Text

Teilesatz
Bild

Wurzelrippe
Bild

Endrippe
Bild

Winglet
Bild

Endrippe nach Drehwurf :(
Bild

Die aufgeplatzte "Verklebung" der Endrippe.
Ich bin ein Fan von Leichtbau...hier leidet allerdings die Festigkeit.
Das Winglet mit seinem langen Hebel kann hier nicht lange halten!
Bild

modifiziertes Winglet
Bild

...................

Das Wetter war heute nicht gerade toll...ich wollte aber unbedingt wissen,
wie hoch die Starthöhe mit dem HLG-Gummi ist.

Starthöhe mit 15m Flitschen-Gummi - Moderater Auszug auf ca. 2,5fache Länge
Bild

Abgleiten der Starthöhe bei nass-kalten
Witterungsbedingungen (fast Nieselregen)
Bild

Am Nachmittag wurde das Wetter etwas besser und ermöglichte
einen schönen Thermikflug nach dem Gummiseilstart (dabei einen "LongShot4" überkurbelt :))
Der senkrechte Abstieg im ersten Drittel war ein Flattertest
Bild

........................
........................

Zur Zeit habe ich den Schwerpunkt noch ziemlich auf der sicheren Seite und der Flug ist extrem eigenstabil. Bei ruhigen Bedingungen werde ich mal testen, wie sich der Vogel kurz vor dem Unterschneiden verhält.
x33
 
Beiträge: 16
Registriert: 25.04.2017

Re: F3K Nurflügel

Beitragvon UweH » Do 27. Apr 2017, 22:08

x33 hat geschrieben:P.S -Nr2 ---> Hallo UweH, gibt es den ARES noch als Bausatz? Scheint ausgestorben zu sein!


Hallo Joachim, das weiß ich nicht, ich bin nur der Konstrukteur. Bei Laqua ist der ARES nicht mehr auf der Seite, aber die beiden Thomas haben mich nicht darüber informiert was mit dem Vertrieb ist. Ich bräuchte auch einen neuen Frässatz, aber möchte eventuell noch eine Änderung am Außenflügel machen um für mehr maximalen Querruderausschlag auf die Giga-Flap ohne großen Ruder-Längsspalt verzichten zu können. Notfalls kann das Ruder aber auch einfach nur bis zum Wingletanschluß reichen und außen etwas schräg abgeschnitten sein um bei einer Biegebewegung des Winglets nicht zu klemmen. Die Maßnahme soll mehr Rollwendigkeit für den Hangflug bringen und Gewicht am Außenflügel hinten einsparen.

Gruß,

Uwe.
Ein Flügel genügt

Das Ranis-Tutorial für Hortenmodelle: >> Hier klicken <<

......Hangflug ist das ohne Motor
Benutzeravatar
UweH
 
Beiträge: 4876
Alter: 51
Registriert: 15.01.2011
Wohnort: Bayerischer Zentral-Spessart

Re: F3K Nurflügel

Beitragvon Nebukadneza » So 30. Apr 2017, 20:45

Hi Joachim,

nur ganz kurz von mir: :thumbup: :thumbup: :thumbup: :thumbup: für deinen Bericht. Hat meine Befürchtungen also quasi voll erfüllt :-). Dankeschön.

Grüßle,
-Dario
Benutzeravatar
Nebukadneza
Administrator
 
Beiträge: 1083
Alter: 29
Registriert: 20.07.2013
Wohnort: Karlsruhe

Vorherige

Zurück zu HLG, DLG, RES und F3K

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google Adsense [Bot] und 2 Gäste



cron