gute Frage! würde ich so beantworten:
erstens traue ich keiner Leistungsrechnung, die ich nicht selbst gefälscht habe
Zweitens gilt beim NF die Verteilung der Widerstände (Hepperle´s Bildchen) noch ekstremer, da ja einige Widerstände wegfallen (hoffentlich!), das heisst im Schnellflug spielt beim NF der Profilwiderstand noch eine grössere Rolle im Vergleich zum Gesamtwiderstand als beim Konventionellen...also sollte man da schon optimieren, wo´s am meisten bringt.
Der Einwand, das ist ja ein Thermikmodell!!! gilt nur bedingt, da wie ich geschrieben habe, Ca sehr schnell sehr klein wird, weil das Teil so leicht ist. Will man also einen vernünftigen Suchradius haben und damit zumindst einen kleinen Vorteil gegenüber den anderen haben, dann kann man ihn nur da finden, nämlich schnell wo anderst hin kommen.
Klar, man hätte versuchen können einen "besseren" S Schlag zu designen, der dann ein höheres Auslegungs-Ca bietet. Ich will nicht verneinen, dass das nicht geht, aber:
Dann muss man im Schnellflug viel drücken und das bei einem schon hoch gewölbten Profil.....heisst in der Regel nicht nur Schnellflug ade, sondern auch ein kritisches Verhalten im Bezug auf das Profilmoment. Kennt man ja auch vom Konventionellen...setzt mal 5 Grad Plus Klappe und macht Schnellflug....zickig nicht?...und jetzt denkt mal das Leitwerk weg. Das Problem ist, dass man kleine Anstellwinkel fliegt, die die laminare Laufstrecke oben entweder recht lang werden lässt oder aber plötzlich der positiv ausgeschlagenen Klappe nicht mehr folgen kann...mit entsprechendem Effekt auf das Profilmoment. Zusätzlich ist der Flieger noch leicht, was typischerweise verschiedene Anstellwinkel in schon kleinsten Turbulenzen zur Folge hat. Deshalb Schnellflug mit Leistung ade.
Die andere Seite, der Langsamflug...man nimmt das Profil mit dem "zu kleinem S_Schlag" und trimmt hoch und vergleicht es mit dem tollen S-Schlag Profil. Was ist zu holen?
Die Unterseite ist eh zu 100% laminar bei hohen Anstellwinkeln (die man jetzt fliegt), also kein Unterschied zum tollen S-Schlag Profil.
Oberseite: Der Umschlag bei hohen Ca erfolgt sehr früh...bei ca. 20-30% laminarer Laufstrecke und legt sich turbulent wieder an. Also wenn man was holen könnte, dann vielleicht, weil die Strömungsverhälnisse ein wenig besser sind oder mehr Moment entsteht, weil der S_Schlag besser ausgebildet ist. Viel ist da aber wirklich nicht zu holen!! Bei meinem Profil ist die Endfahne jetzt schon recht dünn. Dann muss man auch noch daran denken, dass der Computer eine schöne harmonische Kontur im S-Schlag annimmt, die man aber in der Realitet nicht hat, da ist nämlich der Klappenspalt. Also...ausserdem ist der Widerstand der turbulenten Strömung eh schon höher als der laminaren (nicht ganz so schlimm bei kleinen Re), was den möglich Gewinn zusätzlich reduziert.
Aber zugegeben...man könnte wohl ein Profil machen das weniger Widerstand bei hohen (getrimmten) Ca hat, habe ich auch kurz versucht. Ist mir aber auf die Schnelle nicht gut gelungen und hat schnell zu heftigen Einbussen in anderen Bereichen geführt.....und 50 Stunden wollte ich nicht investieren, wenn man nachher in Rippe baut (sorry!).
Zum Spoiler...wie gesagt ich würd ihn gross und hoch machen. Ich würd ihn auch über 2 Rippenfelder machen - eh turbulent die Strömung da. Ich glaube nicht daran, dass man so schnell berechnen kann was hinter dem Spoiler passiert und welchen Einfluss das auf das Moment hat.....Vortex kann das sicher nicht! Ich würd auch erwarten, dass das Teil auf die Nase geht....und man viel ziehen muss.
Vorteilhaft ist sicher, wie schon gesagt Durchlass zwischen Spoiler und Flügeloberfläche (einfach zu realisieren) und ev. Durchlass durch die Unterseite.
vh Peter