Kohlevlies

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PIK 20

Kohlevlies

Beitrag von PIK 20 »

Hallo,

zur verwindungssteifen Verstärkung von schmalen, dünnen Querrudern möchte ich ganz leichtes Verstärkungsmaterial verwenden.
Hier im Forum habe ich von einem dünnen Kohlevlies gelesen. Der Autor ist leider nicht erreichbar.
Wer kann mir da weiterhelfen?
Benötigt werden 4 Streifen 35 x 500mm.

Danke voraus

Gruß Heinz
Zuletzt geändert von PIK 20 am Do 5. Jan 2012, 17:00, insgesamt 1-mal geändert.
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christianka6cr
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Re: Kohlevlies

Beitrag von christianka6cr »

Moin Heinz

Das Vlies an sich gibt´s bei R&G in unterschiedlichen Stärken, einmal 8g und einmal 20g und bei HK mit 10g.
Bringt das Vies wirklich eine höhere Torsionssteifigkeit als ein 45°-Gelege? Glasvlies nehm ich dank Uwe für harte, gut schleifbare Endleisten, aber gegen Verwindung kommt immernoch eine 45°-Lage rein... Uwe?

Gruß Christian
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PIK 20

Re: Kohlevlies

Beitrag von PIK 20 »

Danke Christian,

diese Apotheke habe auch gefunden, kaufe bei denen eigentlich nichts ein, es sei denn über Lindinger Lager.
Lindinger führt es nicht, bestellen --- ein Trauerspiel. Und direkt bei R&G bestellen das ist Verschwendungssucht.
Von R&G kaufe ich über Lindinger nur das Harzsystem 385/385/386, Grundierwachs und PVA.
Verstärkungsfasern bekomme ich günstig von meinem Freund, der das Zeug in Großmengen für den Modellbau bezieht.
Wenn es mit dem Vlies nix ist, so werde ich meine 163er Kohle auflaminieren und dann jede 2. Faser längs und quer herauspikieren.

Danke nochmal aber lassen wir es mal, werde sehen was kommt.

Gruß Heinz
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christianka6cr
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Re: Kohlevlies

Beitrag von christianka6cr »

...hab iben noch den deutlich günstigeren HK-Link hinzugefügt :wink: http://www.hobbyking.com/hobbyking/stor ... _1mtr.html

Ja, bei R&G kann man nur Basalt im Ausverkauf bestellen, alles andere ist egal wo deutlich günstiger. :roll:

Gruß Christian
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UweH
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Re: Kohlevlies

Beitrag von UweH »

Hallo Heinz und Christian,

ich hab das 20 g Kohlevlies von R&G in der Endleiste von meinem ARES verwendet. Dafür würde ich es nicht mehr einsetzen, denn es ist relativ dick mit viel Luft dazwischen und benötigt deshalb mehr Harz als ein dünnes 45° Glasgewebe. Ich werde in Zukunft wieder ab je 1 x 50 er Glas oben und unten einlegen, bei größeren Fliegern entsprechend dicker.
Das Kohlevlies ist sicher gut geeignet um damit unter Vacuum leichte Versteifungen herzustellen und um Oberflächen von Stützstoff-Schalenflügeln druckunempfindlicher zu machen, bei normalem Pinsel- oder Rollenauftrag saugt es wie ein Schwamm :shock:
Vom Festigkeitsgewinn sollte man aufgrund des geringen Flächengewichts auch nicht zu viel erwarten.

Gruß,

Uwe.
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Re: Kohlevlies

Beitrag von christianka6cr »

Moin Uwe

Ja, das mit dem Saugen ist wahr. Irre wenn man einen Schwapp Harz draukippt, das mit der Karte verstreicht und es verschwindet ins große nichts des hauchdünnen Vlieses ohne das man einen Unterschied bei der Tränkung entdecken kann. Ich kenne ja nur das 50er Glas, das jedenfalls ist absolut nichts für Leichtbauer, im Gegenteil... Wobei du ja mal was von Spiritus/Microballonsmischungen für richtig harte Schalen erzählt hast, das trau ich mich halt aber nicht während ich eine Fläche mach an der Endleiste einzusetzen. :oops:

Gruß Christian
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UweH
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Re: Kohlevlies

Beitrag von UweH »

christianka6cr hat geschrieben:Wobei du ja mal was von Spiritus/Microballonsmischungen für richtig harte Schalen erzählt hast
Hi Christian, das ist nicht für richtig harte Schalen gedacht sondern für richtige Hartschalen :roll: ....deutsche Sprache sein schwere Sprache :D

Ich wollte eine elastische und leichte Hartsschale für Flächen machen wie sie Aerosport Becker z.B. für den Focus verwendet. Die meisten Hartschalen von Tragflächen sind aufgebaut wie Rümpfe: dünne Oberflächenlage und dann dick Gewebe mit Harz rein bis es formstabil genug fürs fliegen ist (Lesky, Klemm, Thono) ....aber das ist sehr schwer und Markus Becker kanns beim Focus leichter indem er irgend eine Microballonmumpe als Stützstoffersatz verwendet. Schwierig dabei ist die richtige Mumpe gleichmäßig zwischen Innenlagen und Außenlage(n) des Gewebes zu bekommen.
Ich hab mir gedacht dass dieses relativ dicke und leichte Glasvlies die Gewebelagen recht einfach auf Abstand halten könnte und das hat bei den Tests auch ganz gut funktioniert. Die Hohlräume im Vlies werden mit leichter Microballonmumpe gefüllt, die mit Spiritus streichfähig eingestellt wird. Ich weiß inzwischen zwar dass der Becker das anders macht, aber meine Methode mit dem Glasvlies funktioniert auch ganz gut und ergibt eine elastische und relativ feste Hartschale. Um das Gewicht und den optimalen Lagenaufbau zu testen sind aber noch weitere Versuche mit richtigen Flügeln aus einer Form nötig.

Gruß,

Uwe.
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Re: Kohlevlies

Beitrag von christianka6cr »

Moin Uwe

Ok, und ich dachte immer der Fokus ist eben teils mit Glasvlies aufgebaut... Hundertmal drüber gesprochen und immernoch aneinander vorbei :oops:

Ich wollte das ja auch mal im Rumpfbau einsetzen mit der Spiritusmumpe, aber man bekommt das störrische Zeugs einfach nicht 100% sauber in die Form (ähnlich wie Hohlfasergewebe), also hab ich den Testfetzen während dem Laminieren rausgeworfen, die Mumpe weggeworfen und "klassisch" weitergelegt. Ich hätte wohl stärker tränken müssen, aber dann wäre ja wieder der Witz weggewesen. In größeren Rümpfen oder glatten Negativflächen sollte das allerdings kein so großes Hexenwerk sein und gut klappen.

Als Testobjekte gab es da ja 2 nette Vögel von dir bzw dir und Alex die mal negativ werden sollen...!?

Gruß Christian
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UweH
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Re: Kohlevlies

Beitrag von UweH »

christianka6cr hat geschrieben:Ok, und ich dachte immer der Fokus ist eben teils mit Glasvlies aufgebaut... Hundertmal drüber gesprochen und immernoch aneinander vorbei :oops:
Ein Vögelchen hat mir gezwitschert dass beim Focus kein Glasvlies eingesetzt wird, aber wie der Becker das macht bleibt (s)ein Geheimnis. :?

Beim Rumpfbau könnte das schon etwas Steifigkeit bei geringerem Gewicht als klassisches Vollgewebe bringen wenn man es nicht komplett, sondern in Streifen an besonders beanspruchten Stellen einsetzt.
Z.B, Kabinenhaubenrand, zum harmonischeren einbinden eines Seitenleitwerksstegs usw.
Nicht unbedingt um einen normal schweren Rumpf noch steifer zu machen sondern um einem besonders leichten Rumpf an den besonders beanspruchten Stellen alltagstauglich zu machen und vielleicht auf Spanten verzichten zu können.
Bei voluminösen Elektromodellrümpfen werden oft dünne Schaumstoffstreifen zwischen Gewebelagen eingelegt um mehr Steifigkeit bei geringem Gewicht zu bekommen, aber die zeichnen sich mit der Zeit in der Oberfläche ab. Da ist die Vlies-Mumpe-Methode bestimmt besser, müßte man halt mal ausprobieren.

Die Ho VI ist nicht aufgehoben, sondern aufgeschoben. Alex baut im nächsten Jahr sein neues Haus und ist da zusammen mit einem anderen, größeren Nurflügelprojekt gut ausgelastet. Warten wir bis die Zeit es auch zuläßt das hochgestreckte Ding durchzuziehen :wink:


..aber wo wir gerade dabei sind, ich mach mir im Moment viele Gedanken über die SB13 seit der Profilierungstest mit ARES erfolgreich war.
Es wird bei mir bald Zeit das mit dem Rumpfförmchen gelöst zu bekommen. Klaus hat da ja noch einen Datensatz, nur die Profilanformung sollte verschwinden..... :roll:

Gruß,

Uwe.
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Re: Kohlevlies

Beitrag von christianka6cr »

Dann frag doch mal lieb beim Norbert an, ob er nicht schnell die Anformung.... :wink:
Meinem Fräser sag ich erst was von seinem Glück, wenn auch die Daten hier sind. Es wird bald Frühjahr, alle Formel 1 Hersteller und Mountainbike-Bastler haben ihre Aluformen, da gib´s meist etwas mehr Luft! :thumbup:

Eine größere Bestellung eines neuen Formenmaterials aus einem temperbaren PU-Verbund ist schon auf dem Weg zu ihm, da sollte beim Blechnikfräsen noch ein Fetzelchen für eine kleine Fastnamensvetterin über bleiben, hab eh bissl mehr bestellt weil ich uU vorhabe den VT-Rumpf in etwas kleiner nochmal fräsen zu lassen damit auch die DLG-Größe dranpasst :wink:

Gruß Christian
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PIK 20

Re: Kohlevlies

Beitrag von PIK 20 »

Hallo,
nun sind doch noch Erkenntnisse offenbart worden. Ich habe so was Ähnliches fast befürchtet und hab mich nun dagegen entschieden.
Lustiges Video von HK, leider nur lustig, das Material nicht brauchbar.
Also besten Dank für die Auskünfte
Gruß Heinz
Bernd H

Re: Kohlevlies

Beitrag von Bernd H »

bezuglich harzgewicht und fasern habe ich folgendes gestetet. Für die Positivabau weise im vakuum. Es wird auf die Trägerfolie Microballon mumpe Dünn aufgespacktelt und auf den Schaumkern die ,bei mir Cfk matte. wird dann Trocken Aufgebracht etwas eimassirt, entlüftungsroller oder ähnliches und im Vakuum verpresst.
Das ergebniss ist beindruckend gut. Oberfläche so glatt wie die trägerfolie. Keine luftblasen mehr an der oberfläche. Eine lage 160er auf druckfestigkeit nach gefühlt so stabil wie 2 Lagen auf dem selben Schaum.

Dei verwindungsteiffikkeit von kelien bauteilen (Leitwerken) ist voll überzeugend!

Dazu verwende ich genau 1/3 der üblich verwendeten harzmegen und 2/3 volumensanteil microballos. Der gewischtsvorteil liegt schon mal auf der hand!

Von dem ersten testteil bei dem ich nur eien seite laminiert(kann man das noch so nennen) habe, habe ich nach tempern die matte runtergrissen und vergleiche zu einlagigen mit vollharz laminten gemacht. der handbiegeversuch an 2cm breiten streifen zeigt schon das das microballon dingens wesntlich steiffer ist.
Mehrere schnitte in das material zeigten das alle fasern abgebunden waren.
die höhere biegefestigkeitund schalenhärte erkläre ich mir so, indem die microballons die unebenheiten glätten und das harz sich doch voll in die matte saugt, werden Hohlräume mit microballons gefüllt, in denen sonst doch realtiv weiches harz wäre.
an der zugfestigkeit der Faser sollte sich nichts verändern, der beigeversuch zeigt das der Anteil mit microballons verfüllter unebeheiten steiffer wird als mit Harz pur.
Danke Uwe für Deine harte Schale versuche :thumbup:


Das einzige problem was ich jetzt noch sehe... wie trage ich de mumpe bei größern flächen so gleich mäßig auf das es überall gleich wird.

Ich denke ma das lässt sich auch ohne vakuum umstezen wenn nur gepresst wird solange man ein "langes" Harz verwendet das das gewebe/flies aufsaugen kann.

und ich hoffe das funktioniert auch mit multiaxialgewebe bisher habe ich das nur mit Gewebe und mit Material aus der "segelmacherie" versucht.
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