wie im Thema DISPAR von Uwe schon angeführt geistert mir ein Allroundpfeil im Kopf herum. Erste Entwürfe gehen auf das Jahr 2009 zurück, wurden dann in einem Winkel der Festplatte vergessen und erst wieder ins Gedächtnis zurückgeholt, als der Artikel über Marvin in der Aufwind kam.
Ich habe den Nuri jetzt Krikkit 2 genannt. Wie kam es zu dem Namen?
Eigentlich wollte ich das Modell Angela nennen, weil es ein Entwurf ist, der aus verschiedenen Ansichten und Entwürfen in der Absicht zusammengemixt wurde, damit etwas Funktionierendes zu erschaffen ohne es wirklich erklären zu können. Frei nach dem Motto „Wir schaffen das, auch wenn wir nicht wissen wie.“ Nur gibt es schon ein Brett namens Angela. Da der Entwurf sich am Ende vorwiegend als eine Kreuzung von Co 5 und Co 9 beschreiben lässt, kam die Idee es Co (5+9)/2 zu nennen, was aber Co 7 ergibt. Doof, den gibt es auch schon.
Als in diesem Jahr in einer Ausgabe der Aufwind die letzte Entwicklung von HJU namens Marvin dort vorgestellt wurde fragte ich mich, wie kann man ein Modell nur Marvin nennen! Nun sind Modellkonstrukteure was die Namenswahl angeht recht konservativ, vielleicht auch abergläubisch und so wurde ich rasch fündig. Ein depressiver Roboter aus per Anhalter durch die Galaxis heißt so. Mir liegen Depressionen in Verbindung mit dem Modellflug zwar fern, was vielleicht auch daran liegt, dass ich noch nie Pfeilnurflügel gebaut habe. Als Kenner der unter Nurflügelfans gehuldigten Weltliteratur stand der Name aber sofort fest.
Die Krikkit 1 ist ein in „Das Leben, das Universum und der ganze Rest“ (Folgeband von per Anhalter...)) von der Bevölkerung des Planeten Krikkit gebautes Raumschiff nach dem Vorbild abgestürzter Trümmer eines anderen Raumschiffs. Welcher Name würde also für meinen Entwurf besser passen als Krikkit 2, der doch nach dem Vorbild vieler Cos, m-Buzz und anderer Pfeile zusammengewürfelt wurde.
Die nicht so wichtigen Kleinigkeiten sind schnell aufgezählt:
Pfeilwinkel 25° (was denn auch sonst, wenn 2*21 = 42 zu wenig ist))
Zuspitzung zwischen CO 5 und CO 7
Spannweite knapp 3m, Flächeninhalt ohne Winglets rund 65dm²
kein Tiefensprung, weil der blöd zu bauen ist (das lass ich lieber Uwe und Bernd machen
in den Segmenten lineare Verwindung, weil die so schön einfach zu bauen ist
6-Klappensteuerung, weil man damit Auslegungsfehler kaschieren und wunderschöne Auftriebsverteilung hinschummeln kann (auch wenn wir wegen Wendemoment und anderen Widrigkeiten im Realflugtrimm unterelliptisch unterwegs sein werden)
Profilstrak mit moderat negativem cm0, genügend Bauhöhe und anderen als wichtig erachteten Eigenschaften.
Die Winglets werde ich fürs erste einfach beim mbuzz klauen , DSA-Rohr + Tropfenprofil für kleine Rezahlen mit runder Nase für hohe Anstellwinkeleignung.
Ab hier klaue ich den Text von heutes aus Uwe DISPAR Beitrag, weil er 1:1 auch auf Krikkit 2passt:
Bei Uwe steht jetzt 'Um die Störwiderstände dieser Ausschlagkreuzung zu minimieren ist hier der äußere Tiefensprung der Endleiste vorgesehen'. Kein Tiefensprung beim Krikkit 2, die größeren Störwiderstände nehme ich der einfacheren Baubarkeit halber in Kauf.Deshalb ist hier ein kleines Übergangsegment ohne Klappe vorgesehen, man könnte den Übergang mit zwei Gigaflaps noch sanfter gestalten, ist mir aber bestimmt zu aufwändig zu bauen wenn ich soweit bin.Die Klappenlängen sind jetzt so aufeinander abgestimmt, dass die Innenklappe ein deutliches aufrichtendes Moment erzeugt und bei Ausschlag nach unten nicht nur den geringsten Profilwiderstand zu höheren Auftriebsbeiwerten verschiebt, sondern über die Momentenwirkung auch den passenden Auftriebsbeiwert = Fluggeschwindigkeit für den Thermikflug einstellen soll. Diese Wirkung ist aber wegen der Mittelklappe sehr stark ausgeprägt.
Die Mittelklappe wirkt fast neutral, bzw. ganz leicht abnickend. Damit ist sie eine reine Wölbungsklappe, deren Ausschlag vor allem die Profilwiderstände ihres Flügelsegments auf die Änderung des Flugzustands - Thermik- Strecke - Speed - anpaßt. Damit das funktioniert ist die aufnickende Momentenwirkung der Innenklappe bei Ausschlag nach unten sehr stark und wird bei dem für den selben Flugzustand notwendigen Ausschlag der Mittelklappe nach unten wieder auf das gewünschte Maß der Auftriebsänderung zurück getrimmt. Die Feintrimmung des Flugzustands übernimmt das Höhenruder mit einem leichten Ausschlag nach oben.
Der Taborca von Jochen Haas hat auch ein Klappenmanagment in der Art wie http://www.rcsoaringdigest.com/OTW/on-t ... aborca.pdf nachzulesen ist)Dieses Wölbklappenmanagement macht allerdings fürs bremsen eine Einstellung notwendig, die ich von keinem anderen mir bekannten Pfeil kenne: die Mittelklappe wird für Butterfly auf 90 ° gefahren, nicht die Innenklappe. Wie die dazu günstigsten Ausschläge der anderen Klappen aussehen lässt sich zwar in etwa herleiten, aber wie das in der Praxis aussieht muss sich erst noch zeigen, ebenso wie die Auswirkungen auf das Abrißverhalten im Butterfly-Landeanflug.
Für Querruder laufen Mittel- und Außenklappe mit differenzierten Ausschlägen.
Die Iterationen habe ich schon nicht mehr mitgezählt. Die Geometrie ist fertig und wird auch dadurch bestimmt, dass ich Krikkit 2 so teilbar bauen könne will, dass alle Stücke zum Flugzeugtransport inn einen großen Koffer passen. D.h. maximale Segmentlänge kleiner als 70 cm. Aktuell schwanke ich noch zwischen zwei Profilauslegungen, entweder innen mit unmodifiziertem F3B-Profil oder mit angepasstem momentenärmerem Profil und etwas weniger Verwindung. oder ein Zwischending. Beide Auslegungen haben ihre Vorteile, die reinrassige F3b-Auslegung ist im maximalen Gleiten ein Prozentpunkt besser, di andere Variante sollte Vorteile im Handling haben und ist auch etwas dicker, also besser zu bauen und torsionssteifer.
Anbei die Meinung von FLZ-Vortex bei 8% Stabmaß, ich denke ich werde eher bei 10-12% unterwegs sein:
Ein etwas hochskalierter Prototyp mit der momentenärmeren profilierung fliegt schon und hat die Überlegungen bezüglich der Auslegung und Klappenmanagement bestätigt. Da ich ihn nicht selbst gebaut habe und er erst wenige Flüge auf dem Buckel hat haabe ich nur eine Filmaufnahme und keine Bilder zum zeigen. Die Auslegung ist zudem etwas thermikorienterierter als meine werden soll. Ich hoffe meine Version über den Winter bauen zu können.
Hans
P.S. Der ursprüngliche Entwurf hat keinen Sichelbogen im inneren Segment, aber DISPAR sieht so unverschämt gut aus, dass ich das noch geändert habe. Der F3J-Prototyp von Ralph fliegt ohne Sichelform. Die Bogenform hat an der Stelle auch aerodynamisch Vorteile, wenn man positiv mit Styrokernen bauen will ist die gerade Form geeigneter. Da das Mittelteil keine Verwindung hat ändert sich die Auslegung nur etwas hin zu einem höheren Auslegungs-Ca.