Hallöle, nachdem Gestern ja schon der Erstflug war möchte ich den Ausbau-Bilderbericht noch abschließen und ein kleines Video vom Erstflugtag ergänzen.
Die Servoschächte und den Akkuschacht habe ich mit einem scharfen Cutter ausgeschnitten, die Kanten der Deckel mit dünnem Sekundenkleber getränkt und so verschliffen dass sie wieder gut in die Löcher passen.
Für die KST DS245S-Servos habe ich Sperrholz-Rahmen selbst gesägt, am Platz gehalten werden sie von GFK-Abfallstück-Streifen aus Servoschacht-Deckelmaterial eines anderen Fliegers.
Für das Gestänge muss der Holmsteg durchbrochen werden, bei so einem kleinen Flieger dürfte der Steg allerdings das einzige Holmbauteil sein
Die Servos habe ich auf der Seite die beim einkleben mit Harz in Berührung kommt mit Grundierwachs behandelt und die Rahmen anschließend zusammen mit einer Lage Kohlegewebe aus Reststücken eingeklebt:
Als Akku verwende ich 4 x 800er Eneloop als 2x2er Stange, der passt gerade so rein. Um den Schachtdeckel klein zu halten ist zwischen den beiden 2er Teilstangen des Akkus keine Inline-Verlötung, sondern die Kontakte sind verkabelt und die beiden Teilstangen mit einem Stückchen Flechtkordel als Zugentlastung der Kabel verbunden, die Kordel ist auf dem Bild noch nicht drauf.
Somit kann man den Akku beim einschieben abknicken und das Loch kann klein bleiben.
Wie man an den vielen angezeichneten Akkuschachtkonturen sieht hab ich ein paar Versuch gebraucht um mich für eine Deckelgröße zu entscheiden.
Die Gestänge bestehen wie bei Marco aus Metall-Gabelkopf mit eingeklebtem Gestänge auf der Servoseite und den kleinen MP-Jet Gabelköpfen mit Löthülse auf der Ruderseite, dazwischen ist eine 2 mm Kohlestange.
Die Metallgabelköpfe werden für den Abtrieb des Servos ausgeschliffen, wie ich es hier weiter vorne schon mal gezeigt habe. Damit lassen sich sehr kurze Servohebel verwenden, aber ganz unter Putz hat dann doch nicht geklappt, die Oberkante des Servohebels ist ziemlich genau auf der Außenkontur des Flügels, also im Deckelmaterial.
Als Auflage für die Deckel werden schmale dünne Sperrholzstreifen unter die Schachtränder geklebt und der Deckel nachher mit Tesa fixiert.
Der Akkudeckel ist asymmetrisch ausgeschnitten und der Akku liegt auch asymmetrisch im Flieger, auf der anderen Seite ist zum Ausgleicht der Empfänger eingeschoben und mit Klettband gegen verrutschen gesichert. Da der 800er Eneloop gerade so in den Flügel passt braucht man nur ein Stückchen Schaumstoff um ihn durch klemmen gegen den Holmstg zu sichern.
Entlang der Flügelnase sind etwa 65 g Walzbleistreifen mit Tesaumwicklung als Trimmblei eingeklebt, ich hoffe ich muss die nicht mehr raus nehmen, dazu kommen noch mal 2 kleine Bleistücke mit zusammen 8 g die nur geklettet sind und deshalb fürs Trimmen leicht zu wechseln, sie sind nicht auf den Bildern.
Zum schalten ist ein Zepsus Magnetschalder mit Servotape an den Empfänger gekoppelt, der Akkuschachtdeckel wird im Moment noch mit Tesa gesichert weil mir noch nichts besseres dafür eingefallen ist.
Gestern zum Erstflug sah der 381-Gramm-Nuri dann so aus:
Die Simulationswerte für Höhenruder-Grundanstellung und Schwerpunkt aus dem FLZ_Vortex mit X-Foil-Momenten haben diesmal auf den Punkt gepaßt.
Ich kann den Bow fliegerisch nur mit dem Minirock vergleichen weil ich sonst noch nichts in ähnlicher geringer Größe geflogen habe.
Der Minirock ist bei der Grundgeschwindigkeit etwas schneller und im Handling beim Überziehen deutlich gutmütiger.
Das Abrißverhalten des Bow würde ich ähnlich wie bei einem aktuellen F3B-Modell beschreiben.
Der Bow gleitet für seine geringe Größe hervorragend, liegt gut am Ruder und man hat das Gefühl er fliegt umso stabiler, je schneller man fliegt.
Der Kreisflug in der Thermik ist enger und stabiler als beim Minirock, die Wende kommt knackiger mit weniger Gefahr des Abstellens.
Insgesamt ist der Bow wegen der schlechteren Gutmütigkeit und geringeren Größe etwas anspruchsvoller zu fliegen als der Minirock, macht aber wegen der guten Ruderfolgsamkeit und Flugleistung für ein 90 cm-Modell mit der außergewöhnlichen Optik einen riesen Spaß
Marco, danke noch mal dass Du mir den "überzähligen" Flieger überlassen hast, das Design ist für den Erstversuch aus dem Threadtitel sehr gut gelungen, ein super Minimodell
Hier ein Video vom Erstflugtag Gestern bei 1-2 Bft, an dem Main-Ostang ist DS langsam und die Büsche an der Hangkante machten bei dem schwachen Tragen Flitschenstart notwendig, aber die unkomplizierten 3,5 m doppelter RES-Gummi bringen den Bow locker auf gute Sicherheitshöhe.
https://vimeo.com/191268449
Vimeo-Video:
http://vimeo.com/191268449
Gruß,
Uwe.