Hallo Peter,
Du bist der bessere und erfahrenere Aerodynamiker, deshalb hier meine Gedanken zu Deinen Vorschlägen nur zur Diskussion.
Peter Wick hat geschrieben:Das Profil ist so ausgelegt, dass man damit schnell fliegen kann, weil wenn das Brett sehr leicht wird, fliegt man schnell sehr sehr kleine Ca - beim Thermiksuchen. Deshalb habe ich auch versucht den untersten Teil der Polare gegen 0 hin auszudehnen. Das Brett muss wohl eh sehr aktiv geflogen werden, wenns nicht geht, dann schnell weg....und da kann das Teil vielleicht sogar einen kleinen Vorteil haben...so - den sollte man zumindest nicht verschenken......ansonsten kommen meine CJ5 Erfahrungen wieder hoch

Der langsame - schnelle Tod neben der vermuteten Thermik!
OK, das sehe ich auch so, das Brett muss beim fliegen laufen, rum hungern und hin hängen funktioniert beim Brett nicht.
Peter Wick hat geschrieben:Ich denke, man sollte vielleicht doch ein wenig Pfeilung im Aussenflügel verwenden....die Vorteile sind:
günstig für die cm Bilanz
führt zu etwas grösseren Tiefen aussen, was dem Profil nur gut tut...da kommt halt schon mehr Ca max und weniger Widerstand zusammen, ansonsten muss man ganz aussen Profile verwenden mit fast schon neg. cm Werten wegen der kleinen Rezahl.
etwas mehr V-form beim langsamen fliegen (Pfeilungseffekt)
Größere Außentiefe kann ich nachvollziehen, mehr Pfeilung für V-Form-Effekt auch, aber den Vorteil für die Momentenbilanz weniger.
Ich dachte wir verfolgen hier wieder das Konzept in der Flugzeugmitte die hohe Re-Zahl zu nutzen um effektiv die Querachsenstabilisierung zu erreichen.
Dafür ist ein bisschen auch der Bürzel da, er vergrößert den Hebelarm des S-Schlags zum Schwerpunkt im Bereich der höchsten Re-Zahl. Den Bürzel weg zu lassen und mehr Pfeilung einzubauen verkürzt diesen Hebelarm und damit müssen die Außenflügelprofile mit kleinerer und damit ungünstigerer Re-Zahl mehr Anteil an der Querachsenstabilisierung haben. Widerspricht das nicht dem Grundkonzept dass wir mit den BWB-Brettern verfolgen?
Peter Wick hat geschrieben:Ich würde auch etwas weniger Streckung verwenden, da ca max doch merkbar kleiner ist als an einem konventionellen Modell....so um 9.
RES ist eine spannweitenlimitierte Klasse, maximal zulässige Spannweite ist 2 m und ich denke wir sollten keinen Zentimeter davon verschenken.
Eine Streckung von 9 bei 2 m Spannweite bedeutet 44 dm² Flügelfläche.
Die leichtesten RES Modelle haben 9 - 10 g/dm² Flächenbelastung, drunter geht nur mit so einen Zagi-Konzept wie oben verlinkt mit wenigen Rippen und das geht dann erst recht auf die Profiltreue.
10 g/dm² Flächenbelastung x 44 dm² Flügelfläche ergibt ein Fluggewicht von 440 Gramm. Mit einem auftriebsschwachen Brett verhungern wir damit nicht neben der Thermik, sondern weit unter den gleich schweren, aber auftriebsstärkeren Leitwerkern weil wir deren Hochstarthöhe nicht mal annähernd erreichen
Um die Streckung von 9 mit kleinerer Spannweite zu erreichen wird auch die Flügeltiefe kleiner, damit geht zwar das Absolutgewicht runter, aber der Re-Zahl-Vorteil ist wieder weg.
Ich plädiere weiter dafür bei 2 m Spannweite das Flugzeug so klein und beim Absolutgewicht so leicht wie für einen durchschnittlichen Modellbauer umsetzbar zu bauen. Das bedeutet für mich die untere Grenze der für ein RES-Brett sinnvollen Flügelfläche die ich derzeit bei 36 - 40 dm² sehe, also möglichst unter 400 Gramm Absolutgewicht. Edit Ergänzung:
Die Streckung meines letzten Entwurfsstands nach den Änderungswünschen von Christof ist übrigen ~ 10,5.
Peter Wick hat geschrieben:Die Nase würde ich so kurz wie möglich machen (Streckung - Re zahl im Aussenflügel - kein Blei)...was denkst Ihr bei welchem Abstand zum SP geht das in etwa auf?
was für ein Akku soll da Platz haben?...Abmessungen?
Ich kenne außer meinem Minirock kein Brett ohne E-Antrieb dass (fast) ohne Blei in der Nase auskommt.
Welcher Abstand zum Schwerpunkt bei unserem RES-Brett aufgehen wird kann ich schlecht sagen weil ich selbst kein Rippenbrett mit so ähnlichem Grundriß gebaut habe, obwohl es die durchaus gibt. Wenn ich eine Schätzung anführen darf reicht der Hebelarm bei dem Ausgangsentwurf in Post 1 dieses Threads nicht, bei der letzten Version wird man mit leichten Akkus sicher Blei im Heck vermeiden können.
Da man bei den meisten Brettern Blei in die Nase braucht würde ich als schwerste und größte Akkuvariante 4 x Eneloop 800 AAA annehmen.
In der flachen 2 x 2-Stange wie ich sie bei ARES und Antist RES fliege (bei letzterem mit Null Gramm Blei) wiegt der Akku verkabelt im Schrumpfschlauch 49 g, Abmessungen ca. 20,5 x 10,5 x 100 mm oder als 4 x 1 Block 20,5 x 20,5 x ~ 52 mm.
Lipos sind dann leichter, hab ich selbst bei RES aber noch nie nutzen können, sondern hätte das Mindergewicht immer mit Blei ausgleichen müssen.
Peter Wick hat geschrieben:Die Frage ist auch ob man so ein Bürzel an der Endleiste verwenden sollte?
dagegen spricht: Streckung (oder bei gleicher Streckung bessere Re zahlen im Hauptflügel) - kaum Effekt auf cm - Gewicht hinten
Dafür spricht: hübsch - einfachere Befestigung SLW - ?
Ich sehe den Bürzel mit seinem Hebelarm für den S-Schlag wie oben schon beschrieben, aber auch um dem Seitenleitwerk mit Flügelfläche statt mit nicht tragender Leitwerksrute Hebelarm mit zu geben. Ohne den Bürzel würde ich das Flugzeug seltener fliegen, denn ich finde das tatsächlich hübsch und das Auge fliegt mit. Ein Flugzeug dass man selten fliegt weil es einem nicht gefällt hat allein schon deshalb schlechtere Leistungen weil der Pilot zu wenig Training darauf hat
Peter Wick hat geschrieben:
Servos? Beim halt wichtig!!! KST X08v3? oder Mks 6100 an 1S???
Ich fliege die X08 auf dem V-Leitwerk beim Energic und bin dort sehr zufrieden, außer mit dem Preis. Ich fliege die MKS6100 auf meinen Strong Run Speed nicht weil ich schon das 2. Getriebe geknackt habe und ich mir das nicht mehr leisten kann, ich werde trotz des Mehrgewichts weit außen im Flügel auf KST 225 umbauen. Für einen preisgünstigen RES-Flieger finde ich beide Typen vor allem zu teuer. Ich fliege im ARES light und im Antist die KST DS 245S und beim Getriebespiel und Rückstellgenauigkeit kann ich keinen Unterschied zum X08 fest stellen, das X08 ist aber stärker und kann in einem größeren Spannungsbereich betrieben werden, vor allem nach oben.
Für das Brett hier wären für mich die KST DS245S erste Wahl was Preis/Leistung in Verbindung mit Getriebespiel und Zuverlässigkeit angeht, aber es gibt sicher noch andere kleine Servotypen mit sehr geringem Getriebespiel.
Gruß,
Uwe.